Bewegung beim Galileo-Satellitenprojekt
Das mit der Bieterauswahl beauftragte Gemeinschaftsunternehmen Galileo JU kündigte am Montag in Brüssel entsprechende Verhandlungen an.
Die Bewertung habe ergeben, dass der Wert des Gemeinschaftsangebots von iNavSat rund um den Raumfahrtkonzern EADS mit starker deutscher Beteiligung und Eurely mit den Konzernen Alcatel und Finmeccanica für die Öffentlichkeit besser sei, so der geschäftsführende Direktor von Galileo JU, Rainer Grohe.
Ausschlaggebend sei gewesen, dass die vorgelegte Offerte niedrigere Zuschüsse der öffentlichen Hand und höhere gewerbliche Einkünfte ermögliche. Der vorgesehene Zeitplan solle dabei eingehalten werden.
EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot und der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe begrüßten die Entscheidung. Stolpe forderte aber erneut eine "angemessene Beteiligung" der deutschen Industrie an dem Projekt.
Deutschland gegen Gemeinschaftsangebot
Stolpe hatte sich vergangene Woche gegen das Gemeinschaftsangebot
ausgesprochen. Berlin fürchtet, dass dabei die deutschen
Industrieinteressen zu kurz kommen könnten.
Konsortien bieten gemeinsam für GalileoDas Galileo-Projekt wurde von der EU und der Europäischen Weltraumagentur [ESA] initiiert und soll dem US-System GPS Konkurrenz machen.
Der künftige Betreiber von Galileo erhält für 20 Jahre die Vermarktungsrechte des Systems, das ab dem Jahr 2008 eine breite Palette von Dienstleistungen rund um die satellitengestützte Ortsbestimmung anbieten soll.
