Microsofts Kampf um "Halo"-Film
Der Erfolg des Ego-Shooters "Halo" hat sowohl Microsoft als auch seiner Spielekonsole Xbox einigen Ruhm verschafft.
Nun soll "Halo" verfilmt werden und Microsoft scheint alles daran zu setzen, auch an den Kinokassen (und wenn geht bereits vorher) am möglichen Erfolg mitzunaschen - mit teils unüblichen Mitteln.
Vor Beginn der Verhandlungen schickte Microsoft Boten verkleidet als Master Chief, die Hauptfigur des Spiels, zu den interessierten Filmstudios.
Dort übergaben sie das bereits fertige Drehbuch und die Geschäftsbedingungen, die ein strenges Mitspracherecht bei der filmischen Umsetzung des Spiels für Microsoft verlangten. Die Boten warteten solange, bis das Drehbuch gelesen war, sofort im Anschluss begann das Bieten um den Film.
Microsoft setzt sehr auf die Anziehung von "Halo" auf Gamer, bisher ist das Konzept der Verfilmung von Spielen weder in die eine noch in die andere Richtung wirklich aufgegangen. Alleine "Lara Croft: Tomb Raider" spielte in den USA mehr als 100 Mio. USD ein.
Wenig Erfolg für Spiele auf FilmbasisStrenges Reglement
Die zwei verbliebenen Studios Fox und Universal, andere wie Dreamworks und Paramount stiegen bereits aus, müssen sich bei der gemeinsamen Umsetzung strengen und selbst für Hollywood eher unüblichen Regeln beugen.
Microsoft [MS] verlangt nicht nur ein finales Mitspracherecht bei der Besetzung und dem Regisseur, sondern auch beim Marketing.
Zu Beginn forderte der Softwarehersteller laut "New York Times" zudem im Voraus zehn Mio. Dollar sowie 15 Prozent der Kinoeinnahmen. Die zehn Mio. will Microsoft auch für den Fall behalten, dass der Film nicht produziert wird.
MS verlangte zudem ein Produktionsbudget von mindestens 75 Mio. Dollar exklusive Kosten für Regisseur und Schauspieler, die der Konzern aber nicht mitfinanzieren will.
Das Script selbst wurde vom britischen Autor Alex Garland, der auch für "28 Days Later" verantwortlich zeichnet, geschrieben. Er arbeitete zusammen mit den Entwicklern des Spiels neun Monate am Drehbuch, damit sich dieses möglichst genau an das Game selbst hält.
"Halo 2" ab heute im HandelMS will kreative Kontrolle
Um die Überwachung des Films auch gewährleisten zu können, verlangte MS außerdem die Übernahme der Flugkosten für einen Aufpasser von Microsoft sowie 60 Erste-Klasse-Tickets für das MS-Management und die Gäste der Kinopremiere.
Nunmehr will sich Microsoft laut Bericht auch mit fünf Mio. Dollar sowie zehn Prozent der Kinoeinnahmen zufrieden geben.
Ob der Film von Universal und Fox tatsächlich produziert wird, hängt laut NYT davon ab, wie viel kreative Kontrolle Microsoft an die Studios abtreten will.
Gerade darüber spießten sich laut internen Quellen erwartungsgemäß zuletzt die Verhandlungen.
