12.06.2005

MASTER CHIEF

Microsofts Kampf um "Halo"-Film

Der Erfolg des Ego-Shooters "Halo" hat sowohl Microsoft als auch seiner Spielekonsole Xbox einigen Ruhm verschafft.

Nun soll "Halo" verfilmt werden und Microsoft scheint alles daran zu setzen, auch an den Kinokassen (und wenn geht bereits vorher) am möglichen Erfolg mitzunaschen - mit teils unüblichen Mitteln.

Vor Beginn der Verhandlungen schickte Microsoft Boten verkleidet als Master Chief, die Hauptfigur des Spiels, zu den interessierten Filmstudios.

Dort übergaben sie das bereits fertige Drehbuch und die Geschäftsbedingungen, die ein strenges Mitspracherecht bei der filmischen Umsetzung des Spiels für Microsoft verlangten. Die Boten warteten solange, bis das Drehbuch gelesen war, sofort im Anschluss begann das Bieten um den Film.

Strenges Reglement

Die zwei verbliebenen Studios Fox und Universal, andere wie Dreamworks und Paramount stiegen bereits aus, müssen sich bei der gemeinsamen Umsetzung strengen und selbst für Hollywood eher unüblichen Regeln beugen.

Microsoft [MS] verlangt nicht nur ein finales Mitspracherecht bei der Besetzung und dem Regisseur, sondern auch beim Marketing.

Zu Beginn forderte der Softwarehersteller laut "New York Times" zudem im Voraus zehn Mio. Dollar sowie 15 Prozent der Kinoeinnahmen. Die zehn Mio. will Microsoft auch für den Fall behalten, dass der Film nicht produziert wird.

MS verlangte zudem ein Produktionsbudget von mindestens 75 Mio. Dollar exklusive Kosten für Regisseur und Schauspieler, die der Konzern aber nicht mitfinanzieren will.

MS will kreative Kontrolle

Um die Überwachung des Films auch gewährleisten zu können, verlangte MS außerdem die Übernahme der Flugkosten für einen Aufpasser von Microsoft sowie 60 Erste-Klasse-Tickets für das MS-Management und die Gäste der Kinopremiere.

Nunmehr will sich Microsoft laut Bericht auch mit fünf Mio. Dollar sowie zehn Prozent der Kinoeinnahmen zufrieden geben.

Ob der Film von Universal und Fox tatsächlich produziert wird, hängt laut NYT davon ab, wie viel kreative Kontrolle Microsoft an die Studios abtreten will.

Gerade darüber spießten sich laut internen Quellen erwartungsgemäß zuletzt die Verhandlungen.