02.06.2005

EAT & PLAY

Restaurants als interaktive Gaststätten

Wer bis jetzt zum Essen ins Restaurant ging, wollte dabei üblicherweise mit seinem Gegenüber ein gepflegtes Gespräch führen oder schlicht abschalten und dabei möglichst gut essen.

Das könnte sich demnächst wandeln, wenn die Idee von Nolan K. Bushnell, Erfinder des Videogames "Pong", Furore macht.

Bushnell feilt am Konzept eines Media-Bistros, wo Touch-Screens für die Essensorder und die anschließende Unterhaltung durch Spiele sorgen sollen.

Das erste Bistro soll im Herbst in Los Angeles eröffnet werden und rund 300 Sitzplätze anbieten. Bei jedem Tisch, jeder Kabine und jedem Barhocker soll ein interaktiver Monitor angebracht werden, an dem die Gäste ihre Bestellung aufgeben und aus rund 70 verschiedenen Video- und Rätselspielen wählen können.

Treffpunkt für Spieler

An den Wänden sollen Bilder aus Filmvorschauen und verschiedene Sujets projiziert werden. Überall sollen Interaktivität und Medien herrschen, so Bushnells Zielvorstellung, keine Kerzenlicht-Dinners.

Die Idee dahinter sei, die Spieler aus dem Haus zu bringen. Videospiele seien "sozial isolierend", es müsse Plätze geben, die mehr Balance bieten und wo die Spieler zusammenkommen können, so Bushnell gegenüber der "New York Times". Eigenes Personal soll den Gästen bei der Bedienung und Wahl der Spiele helfen und das Essen zustellen.

Analysten geben sich skeptisch bis ablehnend gegenüber der Idee, doch Bushnell hat bereits einige erfolgreiche Aktivitäten an den Tag gelegt. Neben "Pong" hat er auch Chuck E. Cheese Pizza Time Theaters, eine mittlerweile große Restaurant-Kette mit Arcade-Spielen, gegründet und war unter anderem an der Atari-Gründung beteiligt.

Lifestyle zum Gartensalat

McDonald's will abseits schneller Burger und Milchshakes ebenfalls das digitale Angebot in seinen Restaurants aufstocken.

Nach drahtlosem Internet-Zugang via WLAN testet der Betreiber in Chicago derzeit eigene Media-Center, die binnen zwei Minuten gekaufte Songs auf CDs brennen, Handy-Klingeltöne feilbieten, digitale Bilder ausdrucken und Zugang zum Internet bieten.

Der Test ist vorerst auf zwei bis drei Monate auslegt, soll im Anschluss aber in andere Lokalen in den USA in die Verlängerung gehen. Auch in Deutschland sollen demnächst ähnliche Geräte Einzug halten.

Für McDonald's ist das Ganze ein Versuch, sich mehr als Lifestyle-Anbieter zu positionieren. Nachdem der Anbieter auch zunehmend ernährungstechnisch ausgewogene Speisen im Sortiment führt, sollen nun technische Angebote auf der Speisekarte neues Publikum anlocken.