Adobe startet Online-Bildbearbeitung
Photoshop Express als Beta mit fragwürdigen Nutzungsbedingungen
Wie Photoshop-Entwickler John Nack am Mittwoch in seinem Weblog angekündigt hat, hat Adobe seine Online-Bildbearbeitung Photoshop Express in einer ersten Betaversion freigeschaltet.
Photoshop Express ist ein Bildspeicher mit Bearbeitungsfunktionen. Dem Nutzer, der vorher einen Account anlegen muss, stehen zwei Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Dort kann er die zu bearbeitenden Bilder einstellen und bewerten. Die Oberfläche erinnert an Adobes Medienmanager Bridge und an Picasa. Hier können Bilder bewertet und geordnet werden.
Vorschläge statt Feinarbeit
Der Bearbeitungsmodus selbst bietet in den meisten Funktionen derzeit nicht die aus den Desktop-Versionen der Adobe-Bildbearbeitung gewohnten Regler, sondern der Nutzer kann in den verschiedenen Modi aus verschiedenen von der Software gemachten Vorschlägen auswählen, wie das Bild aussehen soll.
Laut John Nack läuft Photoshop Express in allen Mac-, Windows- und Linux-Browsern mit Flash-9-Plugin. Die üblichen Applets für die Einbindung des Bildspeichers in Facebook, MySpace und sogar Googles Picasa gibt es auch.
Der Gebrauch der Basisversion von Photoshop Express soll auch künftig kostenlos bleiben. Für erweiterte Funktionen will Adobe Geld verlangen, so Nack. Es wird auch eine AIR-Version des Programms für den Desktop geben, die Offline-Bildbearbeitung verlangt und das Drucken von Bildern erlaubt.
Besonders mächtig ist Photoshop Express noch nicht. Der große Name weckt natürlich einige Erwartungen, die die Software derzeit nicht einlösen kann. Andererseits: Für die schnelle Bearbeitung von Bildern für Soziale Netzwerke reicht es. Und gerade hier hat Adobe für Einbindungsfunktionen gesorgt.
Fragwürdige Nutzungsbedingungen
In Paragraf 8 der allgemeinen Nutzungsbedingungen behält sich Adobe allerdings vor, mit den hochgeladenen Bildern seiner Nutzer Geld zu verdienen und sie an Dritte weiterzulizenzieren, ohne die Autoren daran zu beteiligen. Diese Klausel soll einerseits Adobe vor Klagen von Usern schützen, andererseits räumt sie dem Konzern auch zu viele Rechte im Umgang mit dem hochgeladenen Material ein. Unter diesen Umständen empfiehlt sich die Verwendung des Programms nicht.
