Umbau bei Siemens Österreich

25.03.2008

Am kommenden Montag, dem 31. März, entscheidet sich bei einer Aufsichtsratssitzung die neue Struktur bei Siemens Österreich. Die Niederlassung soll neue Kompetenzen bekommen, aber auch Bereiche auslagern.

Siemens will einem Zeitungsbericht zufolge sein Geschäft im Ausland in 20 Regionalzentren bündeln. So sollten unter anderem Österreich, Ungarn, Tschechien und Rumänien zu einem "Cluster Osteuropa" zusammengeschlossen werden, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" am Dienstag unter Berufung auf eine mit den Plänen vertraute Person.

Ebenfalls unter Berufung auf interne Kreise bei Siemens Österreich meldet die APA, dass am Montag, dem 31. März, eine Aufsichtsratssitzung stattfinden werde, bei der über die neuen Strukturen der hiesigen Niederlassung des Elektrokonzerns entschieden werde. Laut diesem Bericht sei es wahrscheinlich, dass Siemens Österreich zusätzliche Verantwortungsbereiche zuwachsen würden. Entsprechende Meldungen waren in den vergangenen Wochen auch wiederholt von Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer zu hören gewesen.

Arbeitsplätze weg, Verwaltungskosten runter

Auch Frankreich, Italien und Spanien würden dann in einer Region gebündelt. Große Märkte wie Deutschland und die USA sollen hingegen jeweils ein Cluster für sich sein. Die neue Struktur werde auch zum Abbau von Arbeitsplätzen führen.

Siemens-Chef Peter Löscher wolle die Umbaupläne Ende April verkünden. Damit wolle Löscher das Ziel erreichen, die Verwaltungskosten bei Siemens um insgesamt zehn bis 20 Prozent zu senken. Ziel sei, dass in der neuen Struktur vor allem Verwaltungsaufgaben verstärkt auf Ebene der 20 Cluster erledigt werden und nicht mehr in den einzelnen Ländern, hieß es.

Die 20 regionalen Zentren sollten künftig von einem Cluster-Chef geleitet werden. Die Länder, die den Regionalchef stellen, könnten rotieren. Zudem sollen sich die Cluster-Chefs nicht ins operative Geschäft in den einzelnen Ländern einmischen. Die Pläne sorgten bereits für Unruhe in den Landesgesellschaften, berichtete die "Welt".

Konflikt um Auslagerungen

Am kommenden Montag soll auch geklärt werden, welche Teilbereiche von Siemens Österreich möglicherweise ausgelagert werden. Nach erfolglosen Gesprächen zwischen Belegschaftsvertretung und Vorstand hatte der Betriebsrat zuletzt mit Betriebsversammlungen gedroht.

Laut Betriebsrat prüft der Münchner Konzern derzeit den Verkauf von 15 bis 18 Teilbereichen von Siemens Österreich mit rund 3.500 der in Summe 18.000 Mitarbeiter. Betroffen sind die Bereiche Gebäudemanagement mit etwa 1.400 Mitarbeitern, mehrere Elektronikwerke für Haushaltsgeräte und Schaltschränke mit knapp 1.000 Mitarbeitern, der Telekombereich SEN mit knapp 700 Beschäftigten sowie die dazugehörigen Mitarbeiter in der Verwaltung.

(APA | AFP | dpa)