Warnung vor WM-Ticketkauf bei eBay
Das Organisationskomitee [OK] der WM 2006 in Deutschland hat Fußballfans davor gewarnt, Karten im Internet zu ersteigern.
Wer bei Stichproben an den Stadiontoren zu dem personalisierten Ticket keinen passenden Personalausweis vorweisen könne, werde nicht ins Stadion gelassen, so der Vizepräsident des Komitees, Horst Schmidt.
Die Karten dürften nur nach Absprache mit dem Organisationskomitee und aus triftigen Gründen übertragen werden. "Dazu gehört aber nicht Geschäftemacherei", sagte Schmidt. Das WM-OK prüft derzeit juristische Schritte.
Durch die Personalisierung der Tickets wollten die Organisatoren unter anderem den Schwarzmarkthandel verhindern und die verschärften internationalen Sicerheitsstandards erfüllen.
Am Freitag hatte das Organisationskomitee 208.455 Bewerber benachrichtigt, dass sie in der ersten Verkaufsrunde Karten zugelost bekommen hatten. Kurze Zeit später wurden bei eBay bereits Karten zu Höchstpreisen angeboten. Die offiziellen Preise liegen zwischen 35 Euro und 600 Euro für die teuerste Endspiel-Karte.
Erste WM-Tickets bei eBay aufgetauchtEBay will Verkauf nicht stoppen
Es werde "fraglos gegen unsere Verkaufsrichtlinien verstoßen und auch gegen den Markenschutz". Jene Personen, die derzeit Karten besitzen, hätten nicht das Recht, diese auf andere zu übertragen, so Schmidt.
Das ist laut den Allgemeinen Ticket- Geschäftsbedingungen "grundsätzlich" nur mit Zustimmung durch das OK möglich, wie auf der WM-Site nachzulesen ist. In besonderen Fällen wie Hochzeit, Tod oder Krankheit innerhalb der Familie werde das OK seine Zustimmung erteilen.
Das Internet-Auktionshaus eBay bekräftigte unterdessen, den Handel nicht untersagen zu wollen. "Wir haben Maßnahmen getroffen, die sicherstellen, dass Verkäufer und potenzielle Käufer umfassend über die Risiken informiert und aufgeklärt werden", hieß es in einer Erklärung.
EBay bedauerte seinerseits, dass die Gespräche über eine Kooperation mit der FIFA gescheitert sind.
Eine solche Kooperation hätte es ermöglicht, den Verkauf von Tickets über den eBay-Marktplatz mit einem Datentransfer an den DFB zu verknüpfen, um somit das Sicherheitskonzept zu unterstützen, hieß es von Seiten des Unternehmens.
EBay-Infos zum TicketverkaufProblematisch für Verkäufer
Der Hamburger Sportrechtsexperte Gerald Neben hält die Geschäftsbedingungen beim Ticketverkauf zwar für sehr problematisch und bezweifelt, dass sie einer rechtlichen Prüfung letztlich standhalten würden.
Aber wenn sie wirksam seien, dann verkaufe der Weiterverkäufer ein Nichts. Das könne problematisch für den Verkäufer und gegebenenfalls sogar Betrug sein, so Neben.
Die Reglementierung und Kontingentierung durch das WM-OK und die FIFA als Monopolisten hält Neben für nicht zulässig. "Wenn sich jemand wirklich dahinter klemmt, würden die FIFA und das WM-OK ins Schwitzen kommen", so Neben.
Auch die Preisgabe der geforderten Informationen bei der Bewerbung um eine Karte hält er für "völlig übertrieben". So hatten auch Verbraucher- und Datenschützer die Geschäftsbedingungen bereits heftig kritisiert.
Datenschützer kritisieren WM-Ticketverkauf
