Religiöse Botschaften im MP3-Format
Um Gottes Wort an den Mann zu bringen, setzen religiöse Gruppen in den USA bereits seit langem auf den Einsatz moderner Technologie.
Die Prediger sprechen im Fernsehen und jede Gemeinde, die etwas auf sich hält, ist mit einer eigenen Website im Internet vertreten.
Seit kurzem werden Predigten und Gottesdienste auch zum Herunterladen im MP3-Format angeboten - mit großem Erfolg.
Das so genannte Godcasting leitet sich dabei vom "Podcasting" ab. Podcasts sind selbst produzierte, über das Netz herunterladbare Audiodateien.
Beim Podcasting werden die aus der Weblog-Welt bekannten RSS-Feeds zum automatischen Download von Audiodateien genutzt. Der User muss nur einmal den gewünschten "Podcast" abonnieren, ein Programm lädt dann alle Sendungen auf den Computer bzw. einen MP3-Player.
Podcasting findet immer mehr ZuspruchMeisten Downloads am Montag
Joyce Long von der Mount-Pleasant-Gemeinde in Greenwood im US-Bundesstaat Indiana gehört zu den Pionieren des Godcasting.
"Mir kam die Idee, dass es doch schön wäre, wenn Gemeindemitglieder auch unterwegs nicht auf Gott verzichten müssten und sein Wort auch am Strand von Florida, beim Skifahren und im Fitnessstudio hören könnten", erzählt Long.
Sie richtete einen Download-Bereich ein, von dem die Internet-Surfer Predigten, Gesänge und religiöse Lebenshilfe auf ihre MP3-Player spielen können.
"Die meisten Downloads haben wir montags, weil viele Leute am Wochenende keine Zeit haben, zum Gottesdienst zu kommen", erzählt Long nicht ohne Stolz.
"Wir hätten nie damit gerechnet, dass die Downloads ein solcher Erfolg werden", sagt Nick Ciske, der bei der Vineyard Church in Minneapolis für die Kommunikation zuständig ist.
Mount-Pleasant-GemeindeReligion im Internet boomt
Websites wie Psalmcast, wo Psalmen heruntergeladen werden können, schießen in den USA wie Pilze aus dem Boden.
Und nicht nur die christlichen Kirchen, sondern auch buddhistische Tempel und jüdische Synagogen bieten ihre Botschaften im digitalen Audioformat.
Der Enthusiasmus der religiösen Gruppen in Bezug auf den neuen Kommunikationsweg ist dabei durchaus angebracht: Laut der Umfrage Glaube Online aus dem Jahr 2004 nutzen 82 Millionen US-Bürger - zwei Drittel der Surfer in dem Land - das Internet, um sich über religiöse Themen zu informieren.
