EU-Richtlinie hilft beim Stromsparen
Besonders umweltschädliche Elektrogeräte mit hohem Energieverbrauch sollen aus Europa verbannt werden.
Das Europaparlament verabschiedete mit großer Mehrheit in zweiter Lesung eine Richtlinie, nach der Umweltstandards für alle Energie verbrauchenden Produkte festgelegt werden sollen. Nur Kraftfahrzeuge sind nicht betroffen.
Die Richtlinie wurde bereits mit dem Europäischen Rat abgestimmt. Dessen Zustimmung gilt als Formsache.
"Es geht darum, Energie verbrauchende Geräte wie Computer, Stereoanlagen, Waschmaschinen oder Heizungsboiler in ganz Europa so zu gestalten, dass deren Umweltauswirkungen minimiert werden", sagte der EVP-Abgeordnete Peter Liese.
Durch die Regelung könnten bis 2010 rund 180 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, so die Berichterstatterin im Parlament, die belgische Liberale Frederique Ries. Das entspreche 53 Prozent des Kyoto-Ziels der EU oder den Gesamtemissionen der Niederlande. Die Richtlinie gilt auch für importierte Güter.
Umweltschäden durch HandyschrottStromsparen im Stand-by Modus
Die Richtlinie soll bis 2007 umgesetzt werden, bis dahin will die EU-Kommission für erste Produktgruppen wie Heiz- und Bürogeräte Umweltstandards festlegen.
Auch Vorgaben für die Senkung des Energieverbrauchs im Stand-By-Modus sollen ausgearbeitet werden. Nach Angaben Lieses kann der Stromverbrauch von Fernsehern, Stereoanlagen oder DVD-Playern durch eine einfache Schaltung auf beinahe null gesenkt werden. "Momentan entspricht der Energieverbrauch von Geräten im Stand-By dem Verbrauch der Stadt Berlin."
Auch die Konsumenten sollen von der Richtlinie profitieren. Zwar sei mit leicht höheren Preisen zu rechnen, diese sollen aber durch geringeren Stromverbrauch mehr als amortisiert werden, so Liese. Allein durch ein Energie sparendes Stand-By soll ein Durchschnittshaushalt jährlich 100 Euro einsparen können.
