Kampf um Inhalte fürs Fernsehen im Netz
In das Fernsehen über Internet und IPTV setzen Telekoms und Anbieter wie Microsoft große Hoffnungen.
Bereits seit Sommer 2004 testet etwa die zweitgrößte US-Telefongesellschaft SBC ein solches Service. Ab Mitte dieses Jahres soll ein Feldversuch in Zusammenarbeit mit Microsofts Plattform "TV IPTV Edition" starten und Ende des Jahres dann kommerziell starten.
Doch wie "Businessweek" berichtet, könnte SBC dabei der wichtigste Faktor abhanden kommen: die Inhalte.
So zeigen sich vor allem große Studios wie Disney zögerlich, ihren Content für die Distribution über das Netz freizugeben, und wenn, dann meist nur mit beträchtlichen Einschränkungen, da sie Einbußen bei den DVD-Verkäufen befürchten. Diese sind meist höher als die Einnahmen an den Kinokassen selbst.
SBC, Verizon und BellSouth planen die größten weltweiten Angebote von IPTV. Alleine SBCs Service soll 18 Millionen Haushalte in 13 US-Bundesstaaten erreichen und vier Milliarden Dollar kosten.
Die TA startet heuer mit TV über KupferBoom für TV-Serien im Netz
Das Service von SBC soll unter anderem Videos und TV-Serien on Demand, digitale Aufnahmen, interaktive Multimedia-Programm-Guides und Vorab-Benachrichtigungen enthalten.
Die Daten werden hierbei in Kabel-TV-Qualität über das Netzwerk und die Server von SBC transportiert.
Gerade TV-Serien werden in Tauschbörsen am häufigsten heruntergeladen, allerdings ohne dass die Firmen dabei verdienen. Doch auch die TV-Sender zieren sich, vielleicht auch weil sie SBC nicht zu einem vergleichbaren Erfolg und einer ähnlich starken Marke wie iTunes von Apple verhelfen wollen.
Sie starten lieber eigene Programme und Distributionskanäle, so wie der Musiksender MTV, der einen eigenen Online-Kanal angekündigt hat. Dort sollen einige der selbst produzierten Shows, darunter auch die "Osbournes", angeboten werden.
MTV Overdrive soll ab 25. April für Breitbanduser Musikvideos und andere Angebote kostenlos zur Verfügung stellen. MTV-Chef Van Toffler fürchtet sich laut eigenen Angaben nicht vor sinkenden Quoten, diese würden kontinuierlich ansteigen. Gespräche mit Kabelanbietern sollen bereits laufen.
MTV OverdriveGore verbindet TV mit Internet
Der ehemalige US-Vizepräsident Gore geht den umgekehrten Weg. Er will dem Fernsehen mit Hilfe des Internets zu neuem Ruhm verhelfen.
Sein Kabelkanal Current will mit kurzen News-Features, teilweise vom Sender selbst produziert, größtenteils aber online von Usern eingereicht, möglichst viele der 19 Millionen vorerst erreichbaren Zuseher gewinnen.
Die Kanal wird News, Kunst- und Unterhaltungsvideos in einer Länge von 15 Sekunden bis fünf Minuten zeigen, Hauptzielgruppe sind dabei die 18- bis 35-Jährigen. Alle halben Stunden soll zudem live gezeigt werden, nach welchen Begriffen die Internet-User gerade bei Google suchen.
Interne-User würden zeitgleich oft auch fernsehen, so Gores Argument, daher wolle man diese beiden Dinge auch zusammenführen. Geplanter Starttermin ist der 1. August.
Vom Content der User will Google aber auch selbst profitieren. Offenbar auch als Feed für seine Suchangebot für Videos nimmt der Anbieter in Zukunft auch Privatvideos seiner User in sein Content-Angebot auf.
Google stößt auf den TV-Markt vor
