Schul-Rauswurf wegen Weblog-Einträgen
Wie die Tageszeitung "Liberation" in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichtete, wurden allein seit Anfang März neun Schüler vom Unterricht ausgeschlossen.
In kürzester Zeit entwickelte es sich bei den Schülern zur Mode, neben Reiseerlebnissen und Privatfotos auch abfällige Bemerkungen über ihre Lehrer ins Internet zu stellen.
Zu den Einträgen, die mit Schulverweisen geahndet wurden, gehörten "Angsthase" und "glückliche Idiotin". Über eine Lehrerin hieß es, sie lasse sich "gerne den Arsch begrapschen", über einen Lehrer "Er ist ein Mistkübel auf Füßen, er stinkt nach Wein."
Nach Schätzungen des Ministeriums hat rund die Hälfte der Schüler bereits Blogs herausgegeben oder gelesen. Eine Internet-Charta des Ministeriums untersagt Beleidigungen und die Verwendung von Fotos ohne Einverständnis der Betroffenen.
2004 war das Jahr der Weblogs"Regeln beachten"
Es sei nicht beabsichtigt, Blogs zu verbieten, so der Internet-Beauftragte des Pariser Bildungsministeriums, Benoit Sillard, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Die Schüler müssten allerdings "Regeln beachten". In 99 Prozent der Fälle könnten die Probleme durch Gespräche zwischen Schülern und Lehrern ausgeräumt werden.
Das Ministerium fördere die Entwicklung des Internets und anderer neuer Technologien, so Sillard weiter. Sie gehörten zur Arbeitswelt der Zukunft und bildeten "einen Zugang zur Kultur".
