24.03.2005

FRANKREICH

Schul-Rauswurf wegen Weblog-Einträgen

Wie die Tageszeitung "Liberation" in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichtete, wurden allein seit Anfang März neun Schüler vom Unterricht ausgeschlossen.

In kürzester Zeit entwickelte es sich bei den Schülern zur Mode, neben Reiseerlebnissen und Privatfotos auch abfällige Bemerkungen über ihre Lehrer ins Internet zu stellen.

Zu den Einträgen, die mit Schulverweisen geahndet wurden, gehörten "Angsthase" und "glückliche Idiotin". Über eine Lehrerin hieß es, sie lasse sich "gerne den Arsch begrapschen", über einen Lehrer "Er ist ein Mistkübel auf Füßen, er stinkt nach Wein."

"Regeln beachten"

Es sei nicht beabsichtigt, Blogs zu verbieten, so der Internet-Beauftragte des Pariser Bildungsministeriums, Benoit Sillard, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Schüler müssten allerdings "Regeln beachten". In 99 Prozent der Fälle könnten die Probleme durch Gespräche zwischen Schülern und Lehrern ausgeräumt werden.

Das Ministerium fördere die Entwicklung des Internets und anderer neuer Technologien, so Sillard weiter. Sie gehörten zur Arbeitswelt der Zukunft und bildeten "einen Zugang zur Kultur".