14.03.2005

GAME OVER

Weiterer Vorstand verlässt JoWooD

Der unter Druck geratene börsennotierte steirische Computerspielehersteller JoWooD kommt nicht zur Ruhe.

Nach Firmengründer und Vorstandschef Andreas Tobler verlässt nun auch Finanzvorstand Michael Pistauer das Unternehmen. Pistauer werde mit Ende der kommenden Hauptversammlung am 20. April das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, bestätigte JoWood einen Bericht vom Wochenende.

Man bedauere sein Ausscheiden und danke ihm, bemerkte Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Rudas dazu. Pistauer habe dem neuen Aufsichtsrat seinen Wunsch, das Unternehmen zu verlassen, bereits im Jänner mitgeteilt. Er werde bis zum Ende der kommenden Hauptversammlung "für eine konsequente Fortführung der Restrukturierungsthemen sowie einem geordneten Übergang bereitstehen".

Bei JoWooD reihen sich seit dem Vorjahr die negativen Nachrichten aneinander. Im Sommer 2004 floppte eine Kapitalerhöhung und es konnten nur ein Drittel der Aktien abgesetzt werden. Der neue US-Partner Fluent stieg anders als angekündigt nur mit einer Mini-Tranche ein.

Es folgten der geschlossene Rücktritt des Aufsichtsrats, eine Umsatz- und Gewinnwarnung für 2004 und ein Wechsel an der Vorstandsspitze. Im Februar wurde nach nur sechs Monaten die Fluent-Partnerschaft wieder beendet.

2004 rutschte JoWooD zudem tief in die Verlustzone. Nach vorläufigen Zahlen schrieb das börsennotierte Unternehmen einen Jahresverlust von 21,3 Mio. Euro.