T-Online-Aktionäre sauer auf DT
Bei der Wiedereingliederung von T-Online in die Deutsche Telekom [DT] sollen die Aktionäre der Internet-Tochter 0,52 T-Aktien für jeden ihrer Anteile erhalten.
Das teilte die Deutsche Telekom am Dienstag in Bonn mit.
Aktionärsschützer wiesen das Umtauschverhältnis weiter als zu niedrig zurück. "Das ist für die Anleger eine sehr unerquickliche Geschichte", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz [DSW]. Nach aktuellem Kurs wären das nur 8,30 Euro pro T-Online-Aktie und damit weniger als ein Drittel dessen, was Anleger beim Börsengang zahlen mussten.
Die DSW geht davon aus, dass die Telekom wegen erwarteter Klagen noch nachbessern muss.
25 T-Online-Akten gegen 13 DT-Aktien
Nach dem nun festgelegten Verhältnis würden die
T-Online-Aktionäre beispielsweise für 25 eigene Aktien 13 T-Aktien
erhalten, erläuterte die DT. An der Börse notiert T-Online derzeit
bei rund 8,5 Euro, die DT bei 15,9 Euro.
T-Online mit schwarzen ZahlenT-Online ging vor fünf Jahren an die Börse
Die Telekom hatte im Oktober vergangenen Jahres den Rückkauf der Internet-Tochter angekündigt, die im April 2000 zu einem Kurs von 27 Euro an die Börse gegangen war. Sie machte später den Aktionären ein Barangebot über 8,99 Euro pro Aktie, das von Aktionärsschützern als viel zu niedrig kritisiert wurde. Wer damals nicht umtauschte und auch jetzt nicht an der Börse verkauft, dessen Anteile werden nach der Hauptversammlung zwangsweise umgetauscht.
"Wir raten Anlegern zum Abwarten", sagte DSW-Sprecher Kurz. Es gebe für T-Online-Aktionäre noch zwei Chancen auf ein höheres Angebot. Die DSW rechne mit Anfechtungsklagen gegen die Hauptversammlung Ende April, bei der die Wiedereingliederung abgesegnet werden soll. Zudem dürfte es nach Einschätzung von Kurz zu Gerichtsverfahren zur Höhe der Umtauschofferte kommen.
