03.03.2005

ÖSTERREICH

"Intelligenz" für die Überwachung

Die am Donnerstag von Prokop offiziell eröffnete erste polizeiliche Videoüberwachungsanlage unterscheidet sich vom System, das in Voitsberg vorgestellt wurde, ganz erheblich.

Das innenministerielle Projekt ist ein bei der Polizei europaweit längst übliches "Closed Circuit TV" [CCTV] - TV für einen geschlossenen Benutzerkreis.

Im vorgestellten Fall der Shopping City Süd in Vösendorf bei Wien handelt es sich um eine Art digitales Parkplatz-TV mit fünf frei wählbaren Kameraperspektiven und Zoom-Funktion, wobei der Benutzerkreis die jeweilige Besatzung des Wachzimmers in der SCS ist.

Algorithmen-Training in Voitsberg

Das mit 320.000 Euro von einem Landesrat der FPÖ hautsächlich finanzierte Projekt ist denn euch kein polizeiliches System, sondern ein kommunales. Nach Angaben der Betreiber dient es weniger Zwecken der Strafverfolgung, vielmehr Objektschutz, Rettung und Feuerwehr.

Hier entscheidet die Software automatisch, wann etwas Auffälliges passiert. Was als auffällig bewertet wird, kann man der Software beibringen, indem man sie mit digitalen Fotos füttert.

Technisch trainiert man einen Algorithmus darauf, bestimmte Konstellationen von Personen und Objekten als gleichartig zu erkennen und einer Objektkategorie zuzuordnen.

Natürlich ist es auch möglich, das Erfassen und Einlesen von Autokennzeichen zu trainieren, die dann in Datenbanken abgelegt werden. Ebenso wie es den Beamten im Wachzimmer der Shopping City einfach möglich ist, mit ihren Kameras anderswohin als auf mutmaßliche Automarder zu zoomen.