01.03.2005

KLAR SCHIFF

Ziebart will bei Infineon aufräumen

Nach der geplanten Schließung des Werks München will Infineon-Chef Wolfgang Ziebart nun den Verlustbringern im Kommunikationsgeschäft ein Ende bereiten.

Ziebart zufolge sorgen im Geschäft mit Kommunikationschips insbesondere drei Bereiche für Verluste: Wireless-Infrastruktur, private Breitband-Zugangslösungen sowie optische Netze, wobei Infineon von letzteren bereits einen Teil an Finisar verkaufen konnte.

"Diese Verluste werden wir so nicht weiterführen", stellte Ziebart klar. Die Optionen seien nun Sanierung, Verkauf oder Schließung.

In einigen wenigen Bereichen rechtfertige eine Sanierung den Aufwand aber wohl nicht. Entscheidungen dazu sollten größtenteils noch im Geschäftsjahr 2004/05 fallen.

Rückstand bei Nano-Speichern

Eines der drängendsten Probleme von Infineon ist der technologische Rückstand gegenüber dem Marktführer Samsung im Speicherbereich, der sich Analysten zufolge auf mindestens ein halbes Jahr beläuft.

Dort erwirtschaftet Infineon zwei Fünftel des Umsatzes. Als entscheidend gilt hier die Fähigkeit, immer kleinere Strukturen auf einer Siliziumscheibe [Wafer] zu produzieren und so die Ausbeute zu erhöhen. Aktuell fertigt Infineon wesentliche Teile seiner Produkte auf 110 Nanometer, als nächste Schritte stehen 90 und 70 Nanometer an.

Samsung werde auch bei der 90-Nanometer-Generation nicht mehr einzuholen sein, sagte Ziebart. Bei der Fertigung mit 70-Nanometer-Strukturen sehe die Situation aber besser aus: "Wir glauben, dass wir eine Reihe guter Voraussetzungen haben, um hier aufzuschließen."

Ein Grund für den Rückstand sei, dass Infineon zum Teil verfrüht auf unnötig komplexe Techniken gesetzt habe. Das werde aber in den kommenden Generationen auch ein Vorteil sein.