France-Telecom-Chef wird Finanzminister
Der wegen einer Immobilienaffäre unter massiven Druck geratene französische Wirtschafts- und Finanzminister Herve Gaymard ist am Freitag zurückgetreten.
Staatspräsident Jacques Chirac ernannte am Abend den 50-jährigen Chef der France Telecom, Thierry Breton, zum Nachfolger Gaymards. Breton ist damit der vierte Finanzminister in Frankreich innerhalb eines Jahres.
Gaymard war in die Kritik geraten, weil er mit seiner Frau und seinen acht Kindern auf Kosten der Steuerzahler eine etwa 600 Quadratmeter große Wohnung für eine monatliche Kaltmiete von 14.000 Euro bezogen hatte.
Finanzielle Vorteile bringt das neue Amt dem ehemaligen FT-Chef nicht: Breton, der als Konzernchef ein Jahresgehalt von 900.000 Euro erhielt, wird als Minister nun 140.000 Euro netto im Jahr verdienen.
France Telecom - Investor RelationsLebenslauf
Der 50-jährige Breton hat sich als Sanierer einen Namen gemacht. Bevor er die France Telecom privatisierte, hatte er den Elektronikkonzern Thomson Multimedia saniert.
Erste Sporen auf dem Gebiet verdiente sich er bei der angeschlagenen Computerfirma Bull.
Breton gilt als treuer Anhänger Chiracs und war von 1988 bis 1992 stellvertretender Präsident des Regionalparlaments von Poitou-Charentes an der Atlantikküste.
In jungen Jahren arbeitete Breton als Mathematik- und Informatiklehrer; er leitete kleinere Informatikfirmen und schrieb Science-Fiction-Romane wie "Netwar".
