Elektronikoffensive im Kinderzimmer
Immer öfter findet sich auf den Wunschzetteln der Kids mehr elektronische Ausrüstung als klassisches Spielzeug.
Handys, MP3-Player, Spielkonsolen, Digicams etc. sind längst in jedem Kinderzimmer zu finden oder werden vom Nachwuchs sehnlichst erwartet.
Der Spielzeughandel will die Einnahmen mit Unterhaltungselektronik nun nicht länger den großen Herstellern überlassen und zeigt ab Sonntag auf der Toy Fair 2005 in New York, was er an Innovationen zu bieten hat.
Von der knallbunten Plastik-Digitalkamera über das Barbie-Handy bis zum programmierbaren Plüschtier - die Elektronikoffensive im Kinderzimmer hat begonnen.
Sega hat bereits Anfang des Jahres den "iDog", einen Lautsprecher in Hundeform, vorgestellt. Zur Musik wackelt der Sega-Fiffi mit den Ohren im Takt und wippt rythmisch mit den Pfoten.
Sega lässt Robo-Hund von der LeineBarbie-Handy und Junior-Videokamera
Mattel zeigt sein erstes Barbie-Handy, das im Juni für 35 Dollar auf den Markt kommen soll. Mädchen ab acht Jahren sollen damit nicht nur telefonieren, sondern auch fleißig Klingeltöne herunterladen.
Im Herbst soll die digitale Plastik-Videokamera "U-Flix" für unter 100 Dollar folgen. Der Nachwuchs kann damit seine eigenen Filme drehen, am PC bearbeiten und am Fernseher der ganzen Familie vorführen.
Mit dem 25 Dollar teuren Handheld-Game "Pixel Chix" will Mattel dem Tamagotchi weibliche Konkurrenz machen. Die Generation der unter Fünfjährigen soll von der virtuellen Mitbewohnerin angesprochen werden.
Im Juli kommt die 60 Dollar teure "Star Station"- Karaoke-Maschine in den Handel, bei der sich das Kind wie bei Sonys Eye Toy via Webcam beim Singen im Fernseher betrachten, sein Werk um Soundeffekte ergänzen und die Performance schließlich auf DVD brennen kann.
MP3-Player für Vier- bis Achtjährige
Tek Nek Toys bringt den MP3-Player "CoolP3" für Vier- bis
Achtjährige auf den Markt. Das 30 Dollar teure Gerät wird mit bunten
Ohrstöpseln und Software zum Verwalten von Playlisten ausgeliefert.
Auch eine Lautstärken-Kontrolle für Eltern soll integriert sein.
Tek Nek ToysAufgemotztes Foto-Walkie-Talkie
Auch die Nummer zwei am Spielzeugmarkt Hasbro plant eine Unterhaltungselektronik-Offensive.
Mit dem Walkie-Talkie "ChatNow" im Mobiltelefon-Look kann der Nachwuchs Kurzmitteilungen oder auch mit der integrierten Kamera geschossene Fotos innerhalb eines Umkreises von 3,2 Kilometern versenden. Das Paar Walkie-Talkies kommt auf 75 Dollar.
Das ION Educational Gaming System ähnelt dem EyeToy-System von Sony. Die 120 Dollar teure Konsole inklusive kleiner Kamera wird am Fernseher angeschlossen und schon kann mit Cartoon-Lieblingen wie SpongeBob das Buchstabieren geübt oder mit vollem Körpereinsatz gespielt werden. Jedes Game kostet noch einmal 18 Dollar extra.
Pünktlich zur Premiere von "Star Wars Episode III: Revenge of the Sith" im Mai wird ebenfalls ein passendes Spiel, bei dem die Kinder ein Laserschwert schwingen und Darth Vader bekämpfen müssen, erscheinen.
Der Renner im Weihnachtsgeschäft waren die knallbunten Spiele-Controller, die direkt an den Fernseher angeschlossen werden können, von Jakks Pacific. Über zwölf verschiedene Ausführungen mit Spider-Man, Pac-Man, Winnie Pooh & Co. gibt es für je 20 Dollar zu kaufen.
Jakks PacificPlüschtier kennt Namen des Besitzers
Doch auch die Klassiker unter den Spielzeugen, wie etwa Stofftiere und Puppen, bekommen eine elektronische Verjüngungskur.
Mattel bringt im Herbst zwei programmierbare Stofftiere, Elmo und Winnie the Pooh, die per USB an den Computer angeschlossen und personalisiert werden können, für je 40 Dollar auf den Markt.
So kennt das Tier dann den Namen seines Besitzers, kann dessen Lieblingssong trällern oder mahnt zur rechten Zeit zum Schlafengehen.
In Japan bringt Bandai unterdessen die erste Puppe, die auf Funkchip-Objekte reagiert, in den Handel.
"Naoru-kun" spricht 150 Phrasen, reagiert darauf, wenn man ihr die Hand gibt, sie drückt etc. und kann auch krank werden. Im Krankheitsfall muss der Puppe dann die mit Funkchips versehene Medizin vorgesetzt werden und sie wird wieder gesund.
