08.02.2005

KEHRTWENDE

NASA schickt "Hubble" doch in Pension

Die US-Weltraumbehörde NASA wird ihr alterndes Weltraumteleskop "Hubble" trotz aller Proteste nun doch nicht retten.

Zwar wird der nun vorgestellte Haushalt der NASA für das Jahr 2006 um 2,4 Prozent auf rund 16,6 Milliarden Dollar [12,92 Milliarden Euro] erhöht, aber die benötigten Mittel von rund einer Milliarde Dollar [rund 780 Millionen Euro] für die Reparatur des Teleskops sind darin nicht enthalten.

"Hubble ist eine sterbende Raumsonde," so NASA-Finanzplaner Steve Isakowitz. "Wir haben entschieden, dass die damit verbundenen Risiken eine Reparatur nicht rechtfertigen."

Stattdessen hat die NASA für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr 75 Millionen Dollar für einen Roboter beantragt, der das Teleskop aus seiner Umlaufbahn holen und abstürzen lassen soll, so Isakowitz.

Hubble geht 2007 in den Ruhestand

Um "Hubble" gibt es schon seit längerem in den USA heftigen Streit. Bereits im Jänner 2004 hatte die NASA bekannt gegeben, keine Astronauten mehr zur Wartung des Geräts ins All zu entsenden und das Projekt einstellen zu wollen.

Dies hatte heftige Proteste von Wissenschaftlern und Kongressmitgliedern, auch eine Online-Petition wurde gestartet, ausgelöst.

Die NASA hatte daraufhin ihre Pläne zunächst revidiert und angekündigt, Roboter für die Wartungsarbeiten einsetzen und so das Teleskop bis zum Eintreffen eines Nachfolgers 2011 erhalten zu wollen.

Mit dem jetztigen Haushaltsplan vollzieht die NASA eine weitere Kehrtwende, die den Streit erneut anfachen dürfte.

Ohne Reparaturarbeiten wird "Hubble" nur noch bis 2007, maximal 2008, arbeiten. Danach soll es mit Hilfe eines Roboters aus der Umlaufbahn gebracht werden und kontrolliert auf der Erde abstürzen.

Mondmission hat Vorrang

Die Schwerpunkte der NASA liegen derzeit laut Direktor Sean O'Keefe auf der Umsetzung der Weltraumvision von US-Präsident George W. Bush.

Danach sollen bis spätestens 2014 wieder Astronauten auf den Mond geschickt werden, um dort eine ständige Station einzurichten.

Diese soll ab 2020 auch als Zwischenstation für später geplante bemannte Missionen zum Mars und darüber hinaus dienen.

Bis 2008 soll außerdem eine neue Generation von Raumfahrzeugen entwickelt werden.