Mini-Festplatten für Handys
Der Einbau von Festplatten in Handys, vor einigen Jahren noch Zukunftsvision, soll in hochwertigen Modellen demnächst Standard werden.
Dank fortlaufendem Preisverfall und Miniaturisierung sind Mini-Platten eine interessante Option für Handyhersteller. Als Maß aller Dinge gilt dabei das 1-Zoll-Format - die selbe Größe, die etwa im iPod mini, im Zaurus-Handheld von Sharp oder dem Everio-Camcorder von JVC eingebaut ist.
Vor allem dank des großen Erfolg des iPod minis sind die Produktionszahlen für derartige Platten stark gestiegen. Dies hat in einer kurzen Zeit die Preise derart stark gedrückt, dass viele Handyhersteller ab diesem Jahr Platten in ihre Handys einbauen wollen. Zur Zeit hat nur Samsung bereits ein Festplatten-Handy auf dem Markt.
4-GB-Platten ab 90 Dollar
Eine Mini-Festplatte mit vier Gigabyte Speicherkapazität kostet
derzeit zwischen 100 und 120 Dollar, wenn sie von Hitachi Global
Storage Technologies verkauft wird. Der chinesische Konkurrent
Magicstor bietet sie gar um 90 Dollar an.
Mini-Festplatte im Jo-Jo-LookKleinere Platten in Arbeit
Gleichzeitig wird an noch kleineren Platten gearbeitet, die bloß 0,85 Zoll, also rund 2,2 Zentimeter breit sind.
Wichtigstes Kriterium ist neben der Größe und dem Preis aber die Erschütterungsfestigkeit. Da Festplatten aus beweglichen Teilen bestehen, ist der Aufprall einer ungeschützten Platte mit einem Datenverlust gleichzusetzen.
Die Hersteller verwenden zwei Technologien, um die Aufprallempfindlichkeit der Platten zu reduzieren. Die erste Variante umfasst eine präzise Polsterung des wertvollen Stücks, die zweite eine Sensorkombination, die einen freien Fall erkennt und noch vor dem Aufprall den Schreib/Lese-Kopf zurückzieht.
Vibrationsdämpfung..
JVC hat die Platte seines Camcorder Everio mit insgesamt 14
Gel-Pads gesichert. Jedes dieser Pads ist nur ein Millimeter dick
und wurde extra auf Aufpralldämpfung hin optimiert. Der Handheld
SL-C3000 von Sharp nutzt eine ähnliche Technik; zusätzlich ist das
Gerät außen mit Gumminoppen an strategisch wichtigen Stellen
versehen.
Samsung stellt Festplatten-Handy vor.. und Kopfschutz
Die Sensortechnologie, die den Schreib/Lesekopf im entscheidenden Moment zurückzieht, wird beispielsweise von Sony in seinem NW-HD1 Musikplayer verwendet. Erstmals wurde die Technologie von IBM 2003 in speziellen Notebookplatten eingesetzt.
An der Verbesserung der Sensoren arbeiten ständig Zuliefererfirmen. Derzeit benötigt der Sensor rund 100 bis 200 Millisekunden, um einen freien Fall zu entdecken und das Signal an die Platte zu schicken.
