Frankreich gegen Online-Lehrerbenotung
Keine namentlichen Angaben erlaubt
Anders als in Deutschland dürfen französische Schüler ihre Lehrer nicht mehr im Internet benoten. Die Ausübung von Informations- und Meinungsfreiheit stoße an ihre Grenzen, wenn der Bildungsbetrieb gestört werde, urteilte ein Gericht in der Hauptstadt Paris am Montag.
In dem Verfahren hatten Lehrer und ein Lehrerverband gegen die Website Note2be geklagt. Dort sind künftig keine "namentlichen Angaben" zu Lehrern mehr erlaubt, auch nicht im Diskussionsforum. Schüler können nur noch ihre Schulen beurteilen. Bildungsminister Xavier Darcos nahm das Urteil "mit Genugtuung" auf.
Entscheidung "nicht neutral"
Die Rechtsberaterin von Note2be, Nathalie Beslay, wies dagegen darauf hin, dass es im Internet üblich sei, dass Nutzer zu den Inhalten beitrügen. Die Entscheidung der Richter sei "nicht neutral", was die Meinungsfreiheit und das Internet im Allgemeinen angehe.
In Deutschland müssen sich Lehrer die Benotung durch Schüler im Internet weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen gefallen lassen.
Klage abgewiesen
Das Landgericht Köln hatte Ende Jänner die Klage einer Lehrerin gegen das Internet-Portal Spickmich.de zurückgewiesen. Die Bewertung von Lehrern in dem Schülerportal stelle "keinen unzulässigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht" der Pädagogin dar, urteilten die Richter.
(AFP)
