18.01.2005

ENTERTAINMENT

Electronic Arts will wie Disney werden

Der Game-Produzent Electronic Arts [EA] hat sich für die Zukunft große Ziele gesteckt.

Das Unternehmen will nicht nur die Nummer eins bei Computer- und Konsolenspielen bleiben, sondern langfristig auch in der Unterhaltungsindustrie zu den Top-Playern gehören und in der gleichen Liga wie beispielsweise Disney spielen.

Bis EA ein ernst zu nehmender Konkurrent des 30-Milliarden-Dollar-Unternehmens Disney sein wird, würden aber noch viele Jahre vergehen, so der EA-Publishing-Chef in Europa, Gerhard Florin. Das Ziel sei aber realistisch.

Zunächst soll bis 2009 der Umsatz von derzeit rund drei Mrd. Dollar verdoppelt werden. Ein Schritt in diese Richtung ist der exklusive Marketing-Deal, den EA mit dem US-Sportkanal ESPN abgeschlossen hat.

Herzschmerz für den Spielesektor

EA wolle Games zu einem Massenprodukt der großen Gefühle wie Kino machen, so Florin. Das werde mit den neuen Konsolen-Generationen mit besserer Grafik leichter erzielt werden, so Florin.

Der Hersteller plane zudem eine internationale Award-Show "ähnlich wie die Oscars oder die Grammys", die Spiele, Musik und Filme kombiniert.

Auch im Fernsehen will man Spiele besser positionieren. So sollen Gespräche über eine Reality-Show, bei der die Protagonisten wie bei den Sims von den Zusehern gesteuert werden, schon recht weit gediehen sein.

"Das ist ein absolutes Zeichen von Stärke und eine Konsolidierung der [Markt-]Macht", so der Analyst William Lennan von W. R. Hambrecht. EA sei zwar der größte Game-Produzent, aber in letzter Zeit spüre das Unternehmen die Konkurrenz stärker.

So konnte Take-Two mit seiner Sega-Allianz EA besonders bei Sportspielen durchaus Anteile streitig machen. Bis 2006 liegen die exklusiven Vermarktungsrechte von ESPN noch bei Sega.

Konsolidierung und Übernahmen

Die Games-Industrie scheint aber auch für die Unterhaltungsindustrie zunehmend interessanter zu werden. Vor kurzem verkündete der Medienkonzern News Corporation, zu dem unter anderem die US-Sender Fox und Sky TV gehören, dass er noch in diesem Jahr einen der fünf größten Spieledistributoren übernehmen möchte.

Das gab der leitende Geschäftsführer des Medienkonzerns, Peter Chernin, bei einer Analystenkonferenz bekannt. Er nannte dabei besonders den Hersteller Activision, gab aber auch an, dass eine Übernahme nicht unbedingt erforderlich sei.

Chernin zu Folge ist nicht einfach ein geeignetes Unternehmen zu finden. So bereitete insbesondere die Lücke, die sich zwischen EA und den kleineren Firmen bei den Marktpreisen auftut, Probleme bei der Auswahl.