Apple nimmt Kurs auf den Massenmarkt
Mit dem auf der "MacWorldExpo" vorgestellten Mac mini und dem iPod shuffle startet Apple einen Strategiewechsel. Das Unternehmen, das bisher vor allem auf innovatives Design zu [relativ] hohen Preisen gesetzt hat, will nun auf den Massenmarkt.
Der Billig-Mac, der unter 500 Dollar angeboten wird, soll nun vor allem die Windows-Anwender ansprechen, die mit dem iPod ihre ersten positiven Erfahrungen mit Apple-Produkten gemacht haben.
"Vielleicht haben die sich bisher zurückgehalten, weil die Apple-Rechner teurer [als Windows-PCs] waren", sagte Jason Snell, Chefredakteur des US- Fachmagazins "Macworld". "Wenn auch nur ein Bruchteil von denen einen neuen Macintosh kaufen würde, könnte sich die Dynamik wirklich ändern."
Der Mac mini mit einer Höhe von gerade einmal fünf Zentimetern und einem Gewicht von 1,3 Kilogramm ist der bisher günstigste und kompakteste Mac, den der US-Konzern je auf den Markt gebracht hat. Den Computer wird es in zwei Versionen für 489 Euro und 589 Euro geben, er wird ohne Maus, Tastatur und Bildschirm geliefert.
Apple schrumpft Mac-Rechner und iPodMarktanteil weiter gesunken
Damit verabschiedet sich Apple von seiner langjährigen Strategie, fast ausschließlich mit teuren Rechnern eine lukrative Nische am oberen Ende des Computermarktes zu besetzen.
Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie IBM verdiente Apple mit seinen Computern gutes Geld, da die höheren Preise auch ordentliche Margen ermöglichten. Gleichzeitig sank aber der Marktanteil der Rechner mit dem Macintosh-Betriebssystem kontinuierlich und liegt nun weltweit deutlich unter drei Prozent.
Läuft es nach den Plänen von Steve Jobs, wird der Macintosh im Wettbewerb mit Windows, aber auch mit dem aufstrebenden freien Betriebssystem Linux nun deutlich zulegen.
Laut einer Studie der Finanzanalysten Piper Jaffray wollen immer mehr iPod-Besitzer ihren PC gegen einen Mac eintauschen. Die Befragung ergab, dass bereits sechs Prozent der iPod-User ihrem PC den Rücken gekehrt und einen Mac gekauft haben. Weitere sieben Prozent planen in näherer Zukunft einen Umstieg.
Apples iPod bekehrt PC-NutzerPerfektes Timing
Benjamin Reitzes, Analyst der UBS AG in New York, glaubt zumindest, dass Jobs keinen besseren Zeitpunkt erwischen konnte, um Windows-Anwender anzulocken.
"Die Verschiebung des Starts der nächsten Windows-Version in das Jahr 2006 gibt Apple die Chance, 2005 Marktanteile zu gewinnen, wenn man sich die revitalisierten Marke von Apple durch den iPod anschaut."
Der in Kalifornien ansässige Konzern will noch am Mittwoch seine Quartalszahlen vorlegen. Analysten erwarten dank einer unverändert starken Nachfrage nach dem iPod einen Gewinn je Aktie von 49 Cent und einem Umsatz von 3,14 Milliarden Dollar.
