12.01.2005

BREITBAND

Tiscali steht vor ungewisser Zukunft

Der finanziell angeschlagenen italienische Internetanbieter Tiscali ist an der Mailänder Börse arg unter Druck geraten. Sorgen bereitet dem Unternehmen eine im kommenden Sommer anfällige Anleihe in Höhe von 250 Mio. Euro. Am Dienstag wurde fast ein Viertel der Tiscali-Aktien gehandelt, seit Tagen sind die Kurse des sardischen Telekom-Unternehmens stark unter Druck.

Die Zukunft des Unternehmens, das sich im September von der Tochter Tiscali Austria getrennt hat, scheint ungewiss, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

2006 wird ein weiterer Tiscali-Bond fällig. Bei liquiden Mitteln von zuletzt 133,3 Mio. Euro und einer Nettoverschuldung von 382,4 Mio. Euro dürfte es Tiscali nicht leicht fallen, die Mittel für die Zahlungen aufzubringen, meinten Experten.

Tiscali plant daher die Trennung von der französischen Tochter, heißt es aus informierten Kreisen. Tiscali macht bisher rund ein Viertel seiner Umsätze mit dem zukunftsträchtigen Breitband-Internet-Geschäft in Frankreich.

Töchter werden abgestoßen

Im Zuge einer tief greifenden Umstrukturierungspolitik hatte sich Tiscali in den vergangenen Monaten von mehreren Niederlassungen getrennt, darunter die Töchter in Österreich, Schweden, Norwegen und Südafrika.

Bestehen bleiben sollen hingegen die Niederlassungen in Italien, Deutschland, Großbritannien und den Benelux-Ländern.

Tiscali hatte im dritten Quartal operativ 82 Prozent mehr verdient und damit die Erwartungen leicht übertroffen. Den Gewinn von Zinsen, Steuern und Abschreibungen [Ebitda] bezifferte Tiscali mit 25,7 Mio. Euro nach 14,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.