10.01.2005

"WAS SOLL'S?"

Gesamte Bluebull AG ist in Konkurs

Die Ankündigung des ehemaligen Börsen-Gurus Mike Lielacher, dass die Bluebull-Beteiligungsgesellschaft weitergeführt werden solle, erwies sich als Schimäre.

Über die österreichische Bluebull Capital Markets Consulting GmbH Michael Lielacher wurde am Montag auf Gläubigerantrag beim Handelsgericht Wien der Konkurs eröffnet. Informationen über Aktiva und Passiva liegen derzeit nicht vor, so Christoph Vavrik vom Kreditschutzverband von 1870 [KSV].

Die Anmeldefrist für Forderungen endet am 17. März 2005, die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 31. März 2005 statt. Zum Masseverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Karl Schirl bestellt.

Mutter der Wiener Bluebull ist die an der Wiener Börse notierte Bluebull AG mit Sitz in der Schweiz

Nach dem Konkurs des Linzer Callcenters CLC in der Vorwoche waren auch für die Wiener Bluebull Capital Markets Consulting GmbH zwei Konkursanträge gestellt worden.

"Was soll's" bzw. "schlecht gelaufen"

Wenig betroffen zeigte sich Bluebull-Gründer und Ex-Börsenguru Michael Lielacher von der heutigen Konkurseröffnung "Was soll's?", sagte Lielacher zur APA. Die Firma sei seit über einem Jahr inaktiv und bei den Verbindlichkeiten handle es sich bloß "um ein paar 100.000 Euro". Die meisten davon seien außerdem "schon gesettelt", so Lielacher.

Die für Montag geplante ad hoc-Aussendung zur am Freitag stattgefundenen Hauptversammlung der in Wien börsenotierten Holding Bluebull AG kündigte Lielacher für die nächsten beiden Stunden an.

"Faktum ist, das Jahr 2004 ist schlecht gelaufen. Die CLC hat es nicht geschafft. Das hat viel Geld gekostet" so Lielacher zum "profil". Er sei froh, dass das Jahr endlich vorbei sei.

Noch vergangene Woche hatte Lielacher neue Beteiligungen und ein neues Business-Modell in Aussicht gestellt.

Er persönlich sei nicht der Meinung, dass er jetzt ein "Volltrottel" sei, weil ihm die Sanierung der CLC nicht gelungen sei.