03.01.2005

TOLL COLLECT

Deutsche Lkw-Maut vor erstem Härtetest

Nach einem geglückten Start der Lkw-Maut an den ersten beiden Tagen des neuen Jahres 2005 steht dem Autobahn-Gebührensystem in Deutschland erst jetzt die eigentliche Bewährungsprobe bevor.

Mit Ende des Wochenendfahrverbots waren Polizei, Maut-Kontrolleure und Grenzschutz auf einen Ansturm von Lastwagen in der Nacht auf Montag eingestellt. Noch bevor der Verkehr richtig anrollte, waren an den ersten beiden Tagen bereits erheblich mehr als 500 Maut-Preller festgestellt worden.

Bei Übertretungen drohen satte Strafen zwischen 75 und bei Wiederholung 20.000 Euro. Außerdem wurde an den ersten beiden Tagen zusammen mit deutlich mehr als zwei Millionen Euro Einnahmen aus der satellitengestützten Maut gerechnet.

Mautpflicht seit Neujahr

Seit Neujahr besteht für Lkw mit einem Gewicht ab zwölf Tonnen auf dem 12.000 Kilometer umspannenden Autobahnnetz Mautpflicht. Sie ist nach Achszahl und Schadstoffklassen zwischen etwa neun und 14 Euro-Cent je Kilometer gestaffelt und beträgt im Schnitt 12,4 Cent.

Für die rund 800 Kilometer zwischen Hamburg und München bedeutet dies beispielsweise eine Gebühr von knapp 100 Euro. Das in der Neujahrsnacht mit 16-monatiger Verspätung wegen technischer Pannen eingeführte Maut-System funktioniert laut Toll Collect ohne Probleme.

Das Verkehrsressort geht von rund 1,4 Millionen mautpflichtigen Lkw aus, von denen täglich eine Million auf der Straße sind; ein Drittel kommen aus dem Ausland.