IT-Pannenserie im Arbeitsamt
Die neueste "Computerpanne" rund um die Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II in Deutschland entpuppt sich als menschliche Fehlleistung simpelster Natur.
1,8 Millionen der insgesamt 2,8 Millionen Hilfe-Empfänger erhielten falsche Kontonummern zugeordnet, weil die Bundesagentur für Arbeit Kontonummern mit weniger als zehn Stellen von hinten mit Nullen aufgefüllt hatte, anstatt von vorne.
Darüber hinaus kämpft man noch immer mit zahlreichen chronischen Problemen. Die Software müsse massiv nachgebessert werden, forderte der Vorsitzende des BA-Verwaltungsrats in der "Bild am Sonntag".
Der Zentralrechner in der Nürnberger Behörde müsse derzeit rund um die Uhr von 60 IT-Technikern betreut werden.
Hartz IV ist damit ausssichtsreichster Kandidat dafür, das deutsche LKW-Mautsystem als obersten nationalen Pannengenerator abzulösen.
Der Start des deutschen MautsystemsPannenserie seit dem Start
Seit dem Start des Systems am 18. Oktober seien 14 massive Produktionseinschränkungen und Totalausfälle aufgetreten. Clever sagte: "Bisher können wir damit nur die einfachen Fälle bearbeiten, und dennoch müssen permanent Notlösungen gefunden werden, um die Auszahlung sicherzustellen. Immer wieder müssen Fehler von Hand ausgebügelt werden. Die zahlreichen Schwächen müssen umgehend behoben werden."
Der verantwortliche deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement forderte die Betroffenen auf, im Notfall am Montag bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur physisch zu erscheinen: "Dort werden sie die Fürsorgeleistung bekommen, auf die sie Anspruch haben."
Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II (ALG II) ist einer der Kernpunkte der Hartz-IV- Reform, die zu Jahresbeginn in Kraft tritt.
