"Washington Post" kauft Slate
Das Online-Magazin Slate hat in der "Washington Post" einen neuen Eigentümer gefunden.
Laut Verkäufer Microsoft hat Slate monatlich rund sechs Millionen Leser und kann sich selbst erhalten, ist aber nicht konstant profitabel. Allerdings weist ComScore Media Metrix für Slate 4,8 Millionen Unique Visitors aus, während die "Washington Post" demnach auf 4,5 Millionen kommt.
Ein Großteil der Besucher kommt aus dem MSN-Netzwerk, das auch weiterhin Slate-Schlagzeilen präsentieren wird. Auch die Verlinkung zwischen der "Post" und Slate soll enger werden, wobei Slate eigenständig bleiben soll.
Weitere Details zu dem Deal wurden keine genannt, laut Slate-Herausgeber Jacob Weisberg soll der Kaufpreis aber "eine sehr respektable, beeindruckende Summe" sein.
Keine Änderung an Besetzung
An der Besetzung soll sich nichts ändern, Weisberg bleibt
Herausgeber und Slate soll weiterhin aus den Büros in Washington und
New York betrieben werden. Ein kleines Büro in Redmond soll dagegen
auf Grund wohl mangelnden Bedarfs geschlossen werden.
Slate: Goodbye, Bill G. Hello, Don G.1996 gegründet
Verbindungen zwischen "Washington Post" und Microsoft bestehen bereits länger. Die Website der Zeitung kooperiert mit MSNBC.com, und "Post"-Reporter treten öfters in MSNBCs Kabelkanal auf.
Darüber hinaus ist Melinda Gates, Frau des MS-Gründers Bill Gates, seit diesem Jahr Mitglied des "Post"-Aufsichtsrates.
Slate wurde bereits 1996 vom Kolumnisten Michael Kinsley mit finanzieller Unterstützung durch Microsoft gegründet. Kinsley verließ das Unternehmen 2002 und ist derzeit Ressortleiter bei der Los Angeles Times.
