20.12.2004

ÖSTERREICH

E-Commerce kommt nicht in Schwung

Der Verkauf über das Internet führt in Österreich nach wie vor ein Schattendasein.

2003 belief sich der Anteil der Online-Verkäufe auf nur 0,9 Prozent der gesamten Umsätze, das sind hochgerechnet etwa 2,8 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das nur einer leichten Steigerung.

Die Zahl der Firmen, die Verkäufe über das Internet tätigen, stagnierte bei neun Prozent, so die Statistik Austria in ihrer Publikation "E-Commerce 2003/04". Als Verkäufer wurden jene Unternehmen klassifiziert, die zumindest ein Prozent ihres Umsatzes über das Netz erzielen.

Die Online-Verkaufserlöse werden laut der Studie zu einem großen Teil vom Handel getragen. Dieser steuerte 2003 rund 1,4 Mrd. Euro und damit rund die Hälfte der Internet-Verkaufserlöse bei.

Rund 700 Mio. Euro werden im Bereich der Sachgütererzeugung virtuell umgesetzt. Am intensivsten trägt das Netz zum Umsatz der Hotellerie bei: Dort entfallen etwa 7,5 Prozent des Gesamtumsatzes auf Internetbuchungen.

94 Prozent der Firmen mit Netzanschluss

Rund zwei Drittel aller Internet-Verkäufe spielen sich nach wie vor im B2B-Bereich ab [1,8 Mrd. Euro], ein Drittel geht an private Haushalte [eine Mrd. Euro].

75 Prozent des gesamten Verkaufsvolumens über Internet wird an Kunden in Österreich verkauft, rund 16 Prozent an Kunden in anderen EU-Ländern, heißt es weiter.

Dabei gibt es mehr Firmen, die einen Teil ihrer Einkäufe übers Internet erledigen, als solche, die selbst Waren im Netz anbieten. 20 Prozent aller Unternehmen gaben an, 2003 rund ein Prozent oder mehr ihrer Einkäufe via Web getätigt zu haben. Ein Jahr zuvor waren es 19 Prozent.

Die generelle Nutzung des Internets in Österreich nimmt stärker zu als die reinen Internet-Verkäufe bzw. -Einkäufe. So stieg der Anteil der Unternehmen, die einen Internetanschluss haben, im Jänner 2004 im Vergleich zum Vorjahr von 89 auf 94 Prozent.

Auch der Anteil der Firmen mit einer eigenen Website stieg an. 71 Prozent aller Unternehmen [2002: 67 Prozent] präsentieren sich mittlerweile im Netz.

Sicherheit bleibt Sorgenkind

Laut Statistik Austria machen sich die Unternehmen vor allem Sorgen um die Sicherheit der Zahlungen.

48 Prozent aller Unternehmen, die im Internet verkaufen, und 44 Prozent, die am Online-Handel nicht teilnehmen, schätzen dieses Problem als "sehr wichtig" ein.

"Es scheint, dass die aktive Teilnahme am E-Commerce das Vertrauen der Unternehmen in die Sicherheit im Netz nicht stärkt", so Statistik Austria.

Rund 35 Prozent der Unternehmen halten Unsicherheiten in Bezug auf rechtliche Rahmenbedingungen für eine "sehr wichtige" Hürde in Bezug auf Internet-Verkäufe. Logistikprobleme beklagen rund 17 Prozent der Firmen.