09.12.2004

OVER & OUT

DT unterliegt im polnischen Mobilfunk-Poker

Die Deutsche Telekom hat offensichtlich eine seit Jahren schwebende juristische Auseinandersetzung um den Kauf eines Aktienpakets an dem polnischen Mobilfunkunternehmen PTC verloren.

Damit haben die Hoffnungen des Bonner Konzerns auf eine mehrheitliche Übernahme des hochprofitablen Unternehmens binnen der nächsten Zeit einen Dämpfer erhalten.

Angeblich hat die Telekom keinen Anspruch auf ein Aktienpaket, das ihr die Mehrheit bei PTC sichern würde. "Das Gericht hat erklärt, dass es nicht zuständig ist und hat die Telekom-Ansprüche auf die PTC-Aktien zurückgewiesen", hieß es weiter.

Die Deutsche Telekom hält 49 Prozent an PTC und lehnte eine Stellungnahme ab. Mehrheitlich gehört PTC zu 51 Prozent einem Gemeinschaftsunternehmen des polnischen Mischkonzerns Elektrim und dem französischen Mischkonzern Vivendi Universal, Elektrim Telekomunikacja [ET]. Dieses wiederum wird mehrheitlich von Vivendi kontrolliert.

Unrechtsmäßiger Aktientransfer

Das Schiedsgericht entschied nun zwar, dass der Aktientransfer unrechtmäßig war, wie Elektrim am Abend bestätigte. Aber das Gericht verpflichtete Elektrim nur zum Rückkauf der Aktien, machte es aber nicht zur Auflage, die zurückerworbenen Aktien an die DT zu verkaufen.

Zuletzt bot der Bonner Konzern Vivendi und Elektrim für die Übernahme aller ihrer PTC-Anteile 1,3 Milliarden Euro, was Analysten als fairen Preis bewerteten. In der Hoffnung auf einen positiven Schiedsspruch hatte sich die DT bei der EU bereits die Genehmigung zur vollständigen Übernahme von PTC durch die Ausübung der reklamierten Kaufoption in Höhe von rund 300 Millionen Euro geholt.