Mitarbeiterkontrolle hält von Arbeit ab
Technologie wird am Arbeitsplatz oft dazu missbraucht, die Mitarbeiter zu überwachen, statt durch sinnvollen Einsatz die Produktivität zu steigern.
Zu diesem Ergebnis kommt nun eine von Microsoft [MS] in Auftrag gegebene Studie der London School of Economics and Political Science [LSE].
Demnach nutzen Vorgesetzte mit veralteten Ansichten über die notwendige Mitarbeiterkontolle E-Mail, Handyanrufe und SMS, um ihre Arbeitnehmer ständig im Auge zu behalten.
Damit schränken sie die Produktivität der Mitarbeiter jedoch drastisch ein und halten sie von der eigentlichen Arbeit ab, so die Forscher.
Die Studie "The Future Role of Trust in Work" ist eine zusammenfassende Analyse von 15 großen weltweiten Studien der letzten drei Jahre.
London School of Economics and Political ScienceZunehmende Mobilität
Grund für das Kontrollbedürfnis der Manager sei vor allem die zunehmende Mobilität am Arbeitsplatz und die dadurch schwindende Einsehbarkeit der Angestellten, so Studienautor Carsten Sorensen. Die Vorgesetzten würden versuchen, dies durch ständige Kontrollanrufe und Mails wettzumachen.
Unterdessen fühlen sich die Mitarbeiter auch verpflichtet, ihren Chefs durch ständige Berichterstattung über alle elektronischen Kommunikationskanäle zu beweisen, wie eifrig und fleißig sie doch sind.
Statt derartiger unangemessener Nutzung von Technologien, schlägt Sorensen vor, den Fokus lieber auf die Produktivität der Gruppe, statt nur auf den Einzelnen zu richten. Die Zusammenarbeit sollte gefördert und die Transparenz erhöht werden, so der Studienautor.
Warnung an Chef bei Verlassen des arbeitsüblichen Umfelds
In den USA gehen manche Firmen schon jetzt noch einen Schritt
weiter: Sie prüfen mittels GPS-fähigen Handys, wo sich ihr
Mitarbeiter gerade aufhält. Manche Services geben zudem eine Warnung
aus, sobald sich ein Angestellter in eine arbeitsunübliche Zone wie
z.B. eine Bar oder einen Park begibt.
Mitarbeiter-überwachung mit GPS-HandysAnzeige für Tipp-Anschläge
"Mobile Groupware und Software, die jedes Teammitglied auf dem Laufenden hält, was die anderen gerade tun, könnte die Produktivität enorm steigern," so Sorensen.
So könnten etwa Instant Messaging Programme nicht nur den Online-Status des Kollegen anzeigen, sondern auch wieviele Anschläge er gerade tippt.
Auf Basis dieser Information könnte man dann entscheiden, ob man den Kollegen kontaktieren kann oder ob er gerade beschäftigt ist.
Die Erhöhung der Transparenz am Arbeitsplatz geht jedoch auf Kosten der Privatsphäre. Sorensen nimmt dies aber in Kauf: "Es bringt Datenschützer sicher zum Kotzen, aber sie müssen erwachsen werden. Es ist eine neue Welt des modernen Arbeitens."
