Internet erobert Telefonanlagen
Mit mehrjähriger Verzögerung kommt die Telefonie via Internet-Protocol [VoIP] in diesem Herbst anscheinend voll in Fahrt. Nachdem zuerst Großunternehmen wie Ford, Boeing und die Bank of America den Umstieg von der guten alten Telefonanlage auf IP-Telefonie angekündigt hatten, mehren sich nun Nachrichten betreffend VoIP und unternehmerischer Mittelstand.
Der Netzwerkausrüster 3Com hat am Montag ein Angebot vorgelegt, das sich dezidiert an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Die 3Com-NBX-V3000-Plattform bietet eine komplette Infrastrukturlösung und wird im Paket mit zahlreichen Zusatzfunktionen angeboten. Dazu gehören neben den Standarddiensten der Telefonie wie Warteschleifen, Anrufbeantworter, Rufweiterleitung eben die Möglichkeiten, die VoIP-Geräte bieten.
Die neuen VoIP-Anlagen lassen sich einfach mit Anwendungen wie MS-Exchange und Lotus Notes verbinden und über den Browser konfigurieren. Die bessere Verwaltbarkeit und die Konvergenz der Daten von E-Mail-Adressbuch, anderen Datenbanken mit dem Telefonbuch sowie das Zusammenführen von E-Mail, SMS, Instant Messaging und Sprachmailbox werden den Umstieg weiter beschleunigen.
Nach Ford und Boeing hatte die Bank of America Ende September angekündigt, ihre mehr als 5.800 Geschäftsstellen mit VoIP-Telefonie auszurüsten. Zu diesem Behufe wurden bei Cisco entsprechende Router sowie 180.000 Endgeräte bestellt. Insgesamt werden 362 herkömmliche Telefonanlagen, so genannte PBXs [Private-Branche-Exchange-Systeme] ersetzt.
Bank of America steigt umVoice over WLAN
Der Siegeszug der WLANs wiederum unterstützt den Trend zur IP-Telefonie. In Großbritannien nutzt die Strathclyde Passenger Transport Authority, die öffentliche Personennahverkehrsnetze in Großbritannien betreibt, die drahtlosen Handsets des US-Herstellers SpectraLink in Busbahnhöfen und Filialen.
Genutzt werden so genannte Proxim-Wireless-LAN-Access-Points, um den Empfang in einem ausgedehnten Haltestellennetz sicherzustellen.
NetLink Wireless Telephones fungieren als Client-Geräte auf WLANs nach dem Standard IEEE 802.11b mit SpectraLinks Voice Priority.
Dieser Mechanismus gibt den Sprachpaketen Vorrang, bei minimaler Beeinträchtigung des Datendurchsatzes im Netz. Die Geräte können in die meisten gängigen Telefonanlagen integriert werden und unterstützen sowohl proprietäre IP-Protokolle als auch H.323 für Wireless-VoIP-Unternehmenslösungen.
SpectraLink
