19.11.2004

DISKUSSION

Kamerahandys bedrohen die Intimsphäre

Privacy International [PI], eine britische Gruppe von Bürgerrechtlern, will durchsetzen, dass der Gebrauch von Kamerahandys künftig nur noch eingeschränkt erlaubt wird. Weil die Verbreitung der Fotohandys ständig steigt, werde es immer einfacher, unerlaubte Fotos ohne Erlaubnis des Fotografierten zu machen.

Wenn die Entwicklung so weitergehe, sieht PI in wenigen Jahrzehnten gar einen völligen Verlust der Intimsphäre auf uns zukommen.

Deshalb hat die Organisation vorgeschlagen, dass ein voreingestelltes Blitzlicht als Standard eingeführt werden soll, um das versteckte Fotografieren zu verhindern.

Handyhersteller wehren sich jedoch gegen den Vorwurf und stellen weiters zur Debatte, dass man dann auch gegen Digitalkameras, die immer kleiner und unauffälliger werden, vorgehen müsse.

Ein japanischer Entwickler hat ein Add-on für Vodafone-Handys erfunden, das es erlaubt, Fotos auch im Dunkeln zu knipsen.

[Warn-]Ton beim Auslösen

Dennoch gibt es immer öfter Bedenken wegen der steigenden Verbreitung von Kamerahandys. In Südkorea, einem der stärksten Mobilfunkmärkte weltweit, hat die Regierung etwa vorgeschlagen, dass Fotohandys beim Auslösen einen lauten [Warn-]Ton von sich geben sollten. Die Pläne wurden aber fallen gelassen, nachdem sich Handyhersteller kritisch geäußert hatten.

Auch große Firmen wie Intel und Samsung haben auf ihren Firmengeländen die Verwendung von Kamerahandys verboten. Weiters ist die Nutzung auch immer öfter in Schulen, Schwimmbädern und Fitnessstudios verboten.