Siemens will nicht Fünfter werden
Siemens will in seiner krisengeschüttelten und hoch defizitären Handysparte mindestens so schnell wie der Gesamtmarkt wachsen.
"Wir denken, dass wir mindestens so schnell wie der Markt oder sogar noch schneller wachsen können", sagte Lothar Pauly, Chef der seit 1. Oktober fusionierenden Kommunikationssparten des Technologiekonzerns, am Dienstag in Hongkong.
Der weltweite Handyabsatz werde 2004 um etwa 25 Prozent auf rund 600 Millionen Stück zulegen. 2005 rechne er noch mit einem Plus von fünf bis zehn Prozent. "Wir haben es die ganzen Jahre über geschafft, beim Wachstum den Markt zu übertreffen. Das sollten wir fortsetzen können", sagte Pauly.
Siemens hatte im Schlussquartal 2003/04 [zum 30. September]wegen Softwareproblemen bei seiner neuen 65er-Serie sowie hohen Preisdrucks einen operativen Verlust von 141 (Vorquartal 88) Millionen Euro eingefahren. Die Münchener büßten zudem zuletzt stetig Marktanteile ein.
Siemens legt Gewinnsprung hinPreisdruck lässt nicht nach
Einer jüngst veröffentlichten Studie von Strategy Analytics zufolge droht Siemens von der bisherigen Nummer fünf der Branche, LG Electronics
aus Südkorea, überholt zu werden. Vom ursprünglichen Ziel, Samsung von Platz drei der Branche zu verdrängen, ist Siemens meilenweit entfernt.
Pauly dämpfte Erwartungen, der Preisdruck bei Handys könnte nachlassen. "Wir sehen keine Veränderung zum Preisverfall im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04", wiederholte er frühere Aussagen.
Zugleich gab er sich zurückhaltend mit Blick auf das Festnetzgeschäft. "Die Wachstumsrate im Netzwerk-Markt ist nicht besonders gut", sagte der Chef des künftig größten Siemens-Bereichs. "Deshalb machen sich alle Unternehmen heute Sorgen über den Festnetz-Markt."
