23.10.2004

INTERNATIONAL

Festnetz vom Aussterben bedroht

Das Festnetz könnte schon bald zu den vom Aussterben bedrohten Kommunikationsarten gehören. Denn immer mehr Menschen benutzen ihr Handy für ihre alltäglichen Anrufe.

Bereits 45 Mio. Menschen in Großbritannien, Deutschland, den USA und Südkorea nutzen ausschließlich ein Handy, wie eine Studie, die von Nokia in Auftrag gegeben wurde, herausfand.

Das Plain Old Telephone [POT, herkömmliche analoge Telefonleitungen] wird wenn, nur behalten, weil die Tarife günstiger sind oder ein Verbindungsaufbau garantiert ist.

Doch sehen die meisten der Befragten die Zukunft klar im Mobilfunk bzw. in der Internet-Telefonie.

Verlässlicher, schnellere Verbindung

Beim Sprachverhalten der Nutzer hat das Festnetz noch immer die Nase vor den Mobilfunkern.

Anrufe über das Festnetz sind im Allgemeinen länger.

Viele der Befragten gaben auch an, eine emotionale Bindung zum Festnetz zu haben, weil es sich zu Hause befindet und wegen der Gemütlichkeit, wenn man von dort aus telefoniert.

In den USA und in Deutschland sagten viele, dass das Festnetz verlässlicher sei als Handys und dass die Verbindung schneller zustande kommt.

Voice over IP auch für Privatnutzer

In Südkorea war der Trend zum Handy am deutlichsten. 65 Prozent der dort Befragten gaben an, kein Festnetz mehr zu beantragen, wenn sie umziehen.

Doch nicht nur das Handy, sondern auch die Internet-Telefonie setzt das Festnetz unter Druck. Dank der steigenden Breitband-Verbreitung und Angeboten setzt sich Voice over IP immer mehr auch bei Privatnutzern durch.

Schon binnen der nächsten fünf bis zehn Jahre könnte der komplette Telefonverkehr auf VoIP umgestellt werden, meinen manche Experten.

"Die klassischen Telefonanlagen verschwinden und bleiben als Dinosaurier übrig," so etwa der deutsche Unternehmensberater Günter-Ulrich Tolkiehn.