21.10.2004

GOOGLE IN A BOX

Google startet Intranet-Suche für Firmen

In den USA schon seit zwei Jahren erhältlich, bietet Google seine Kombination aus Hard- und Software zur Suche in firmeninternen Netzwerken nun auch weltweit an.

Man sei überzeugt, Firmen würden schon bald entdecken, dass die interne Suche eine kritische Unternehmensfunktion ist, so Google.

Die Mitarbeiter würden oft bis zu ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit der Suche nach internen Infos verbringen, so Dave Girouard von Google.

Die Google-Box soll diese Suche vereinfachen, beschleunigen und so die Produktivität steigern.

Intel-System unter Linux

Die integrierte Suchtechnik gleicht der Internet-Suche von Google, opitmiert für den Firmenbedarf, und läuft auf einem Intel-System unter Linux.

So sollen selbst große Unternehmen ihre üppigen Intranets in nur wenigen Stunden indizieren und durchsuchen können. Etwa 250 verschiedene Formate werden dabei erkannt.

Die Suchergebnisse werden, wie von der Online-Suche gewohnt, übersichtlich mit kurzen Exzerpten aus den gefundenen Dokumenten und Links zu gecachten Versionen gelistet.

Wem das Google-"Look & Feel" nicht gefällt, der kann die Software auch seinen Wünschen anpassen.

Die Anwendung kann auch zur Suche auf der Unternehmenswebsite eingesetzt werden.

Ab 27.000 Euro für zwei Jahre

"Bisherige Suchsysteme innerhalb von Unternehmen waren entweder zu schlecht, zu ineffektiv oder zu teuer", so Girouard über die Erfolgschancen des Systems, ohne dabei die Konkurrenz namentlich zu nennen.

In der Basisversion der Google-Box, mit der 150.000 Dokumente indiziert werden können, kostet eine Zweijahreslizenz des Systems 27.000 Euro.

Die größeren Versionen, von Google "Mama Bär" und "Papa Bär" genannt, kommen in Clustern zu fünf oder acht Suchboxen und schaffen bis zu 15 Millionen Dokumente und 1.000 Suchanfragen pro Minute.

Preislich starten diese Lösungen bei 525.000 Euro.

Sicherheitsvorkehrungen nötig

Doch auch die "Google in a Box"-Lösung birgt Gefahren, wenn keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, da die Firmendokumente auf der Google-Box zwischengespeichert und im Intranet für alle sichtbar werden.

Der Zugriff auf sicherheitsrelevante oder vertrauliche Daten muss daher vorher individuell gesperrt werden. Sonst könnten Mitarbeter unter dem Stichwort "Gehalt" leicht das Salär ihrer Vorgesetzten erkunden.

Im Falle des physischen Diebstahls einer gelben Google-Box aus dem Serverrraum sei die Extraktion der darin gespeicherten Dokumente allerdings kaum möglich, so David Bercovich von Google.