Galileo unter Zeit- und Kostendruck
Das Europäische Satellitennavigationsprogramm Galileo wird möglicherweise teurer als erwartet und könnte sich verzögern.
Er halte das Projekt für bedroht, falls es sich weiter verzögert und die Mitgliedsländer der Raumfahrtagentur nicht mindestens 300 Millionen Euro nachschießen würden, so der Chef von Galileo Industries, Günter Stamerjohanns gegenüber dem "Handelsblatt" [Dienstag-Ausgabe].
"Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo eine Einigung bei den Kostenschätzungen erreicht werden muss."
Die Vorstellungen über die Kosten des Konkurrenz-Projektes zum amerikanischen GPS gehen dem Bericht zufolge weit auseinander.
Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende des Jahres der Zuschlag an das ausführende Konsortium geht, 2005 sollen dann die Vertragsverhandlungen gestartet werden. Funktionsfähig wird Galileo allerdings frühestens 2009 sein und damit ein Jahr später als geplant.
Zeitplan für Satelliten-Navigation GalileoVerzögerung droht
Die Industrie habe der Europäischen Raumfahrtagentur [ESA] in Paris für die erste Testphase mit vier Satelliten ein Angebot über 1,2 Milliarden Euro unterbreitet. Der Auftraggeber ESA wolle aber höchstens 880 Millionen Euro zahlen.
Bei den Verhandlungen, die in dieser Woche in die heiße Phase gingen, dränge die Zeit. Jede Verzögerung koste noch mehr Geld, zudem drohten die Europäer, den technischen Vorsprung vor den Amerikanern von drei bis vier Jahren zu verlieren.
