16.10.2004

BIOMETRIE

Iris-Scanner lesen auch vom Blatt

Nach den zahlreichen Demonstrationen, wie Fingerabdruck-Scanner mit relativ einfachen Mitteln zu überlisten sind, wurde auch die Methode des Ablesens der Iris-Eigenschaften näher untersucht.

In der abgelaufenen Woche ist an's Licht gekommen, dass diese angeblich viel höhere Sicherheit bietende Methode ihre ganz eigenen Tücken hat.

Tsutomu Matsumoto, Professor an der Yokohama National University demonstrierte dem interessierten Publikum auf einer Biometrie-Tagung in London anhand eines Blatts Papier, dass verschiedene auf dem Markt befindliche Iris-Scanner sich durchaus mit gedruckten Abbildungen des Augensterns zufrieden geben.

Erstaunliche Fehlerraten

Zwei als sicher angepriesene und schon einige Zeit auf dem Markt befindliche Iris-Scanner produzierten je eine Fehlerrate von 100 Prozent. Das heißt, die gedruckte Iris wurde bei allen Versuchen als "echt" eingestuft. Eine weiteres Einlesegerät erkannte jede zweite gedruckte Iris nicht als Fälschung.

Cambridge-Professor John Daugman, der weltweit die unbestrittene Nummer eins unter den einschlägigen Forschern ist, zeigte sich besorgt, zumal die britische Regierung sich darauf festgelegt hatte, Iris-Erkennung ab 2007 in ihrer nationalen ID-Card einzuführen.

Laut Daugman lagen die Fehler nicht an Software oder Methode, sondern es war die falsche Hardware damit kombiniert. Wenn der nationale Plan für eine ID-Card funktionierte sollte, meinte der "Pate des Iris-Scans", dann müssten schon die richtigen Kameras gewählt werden.