Online schauen, offline kaufen
Produkt-Information im Internet wirkt sich immer stärker direkt auf die Kaufentscheidung der Konsumenten aus.
Das Besondere an diesem eher naheliegenden Umfrage-Ergebnis ist, dass dadurch nicht etwa Umsätze für die Online-Shops rasant steigen. Vielmehr gaben die 3000 von Dieringer Research Befragten an, den auf Informationen aus dem Netz basierenden Einkauf im wirklichen Leben getätigt zu haben.
106,5 Milliarden Dollar reinen Internet-Umsatzes stehen so 180,7 Milliarden gegenüber, die in Einkaufszentren oder im Laden um die Ecke ausgegeben wurden, aber direkt auf Produktinformation aus dem Netz zurückzuführen sind.
In den zwölf Monaten bis August 2003 wurden 93,1 Milliarden USD direkt im E-Commerce umgesetzt. 137,6 Mrd. USD wurden hingegen im Geschäft ausgegeben, die Kaufentscheidung aber fiel erst, nachdem sich die betreffenden Konsumenten im Netz über Produkt oder Serviceleistung informiert hatten.
Die Vorjahrszahlen"Mehrkanal-Konsumverhalten"
Die Umfrage wurde von den seit 1996 auf "Mehrkanal-Konsumverhalten" spezialisierten Marktforschern in den zwölf Monaten bis Juli 2004 durchgeführt.
Ein Vergleich mit den Vorjahreswerten zeigt deutlich, wie sich die Schere weiter öffnet. Das reine Internet-Geschäft ist zwar um ordentliche 14 Prozent gewachsen, der kombinierte Einkauf aber gleich um 31 Prozent.
Eine ebenfalls aktuelle Umfrage der "Online Publishers Association" [OPA] wiederum ergab, dass Produktinformation im Netz inzwischen in der Konsumentengunst weit vor der Nachlese in Printprodukten liegt. Nur drei Prozent gaben Print den Vorzug, drei Viertel gaben "online" an, der Rest war unentschieden.
Beim Kaufakt selbst entschied sich auch hier eine Mehrheit dafür, diesen offline durchzuführen.
Alles, was im Laden ist
Die wichtigste Schlussfolgerung daraus hat wohl auch Walmart
inspiriert, seine bis dahin eher dürftige Webpräsenz groß
auszubauen. Die Botschaft an den noch zu sehr dem Irdischen
verhafteten Einzelhändler aber lautet: Um konkurrenzfähig zu
blieben, muss alles, was im Laden ist, in's Netz.
50 Prozent der deutschen Internet-Surfer wollen nicht online einkaufen
