Deutsche Musikindustrie versucht Neustart
Am Mittwoch versucht die Musikmesse Popkomm in Berlin einen Neustart.
Zum Feiern ist in der von Krisen geschüttelten Musikbranche eigentlich keinem zumute. In Zeiten enormer Absatzschwierigkeiten, Raubkopiererei und Urheberrechts-Streitigkeiten sollen am neuen Standort Wege aus der desolaten Lage gefunden werden.
Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement [SPD] wird die Messe am Mittwoch offiziell eröffnen. Beim begleitenden Popkomm-Kongress werden dann Fragen der Plattenfirmen und Musikverlage erörtert.
Themen werden dabei der Ausbau des Geschäfts mit Handy-Klingeltönen sein, ob der klassische Videoclip am Ende ist und welche Neuerungen es bei der Musikvermarktung über Internet und Handys gibt.
Diese Mal sind laut Angaben rund 650 Aussteller aus 40 Ländern dabei, es werde mit 12.000 bis 15.000 Besuchern in den Messehallen unter dem Funkturm gerechnet. Offizielles Partnerland ist Frankreich.
Magere Bilanz für PopkommCD bringt 86 Prozent des Umsatzes
Popkomm-Geschäftsführer Ralf Kleinhenz warnt in dem Zusammenhang davor, die klassischen Tonträger aus dem Auge zu verlieren. "86 Prozent des Umsatzes werden immer noch mit der CD gemacht."
Der Umsatz der Musikbranche mit den klassischen Tonträgern ging in den vergangenen sechs Jahren allerdings um 40 Prozent zurück. Hartmut Spiesecke, Sprecher des deutschen Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, sieht mittlerweile aber wieder Licht am Ende des Tunnels.
"In diesem Jahr werden wir noch einen leichten Umsatzrückgang haben, spätestens ab 2006 geht es dann aber wieder aufwärts", sagt Spiesecke.
