Deutsche Kabel-Fusion ist abgeblasen
Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland [KDG] hat von seinen Fusionsplänen wieder Abstand genommen.
Das Unternehmen habe erklärt, die Übernahme der drei regionalen Kabelnetzgesellschaften Ish [Nordrhein-Westfalen], Iesy [Hessen] und Kabel Baden-Württemberg nicht weiter zu verfolgen, teilte das deutsche Kartellamt am Mittwoch in Bonn mit.
Der Antrag auf Genehmigung beim Kartellamt sei zurückgenommen worden, berichtete die Wettbewerbsbehörde. "Das liegt uns von KDG schriftlich vor", so ein Kartellamts-Sprecher.
Mittlerweile hat Kabel Deutschland den Antrag auch offiziell zurückgezogen, wie der Anbeiter in einer Aussendung mitteilte.
Das deutsche Bundeskartellamt hatte das Vorhaben am 23. August abgemahnt, weil es nach seiner vorläufigen Einschätzung die marktbeherrschende Stellung von KDG gegenüber den Anbietern von TV-Programmen verstärkt hätte.
Kabel-Fusionspläne in der SchwebeSchritt erwogen, nicht erfolgt
Um das Zusammenschlussvorhaben trotz der Vorbehalte des Kartellamts genehmigungsfähig zu machen, hatte Kabel Deutschland einen milliardenteuren Ausbau des Kabelnetzes für Internet-Dienste vorgeschlagen, um so der Deutschen Telekom Konkurrenz zu machen. Das hatte jedoch dem Bundeskartellamt nicht ausgereicht.
Das Geschäft mit einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro war auf den Widerstand des Kartellamts gestoßen. Damit wäre KDG zum alleinigen Anbieter von Kabelfernsehen in Deutschland mit derzeit mehr als 17 Millionen angeschlossenen Haushalten geworden.
