17.09.2004

COPYRIGHT

US-Wahlkampf nimmt China ins Visier

Die Regierung Bush will Chinas Maßnahmen gegen Piraterie genau unter die Lupe nehmen, nachdem der demokratische Präsidentschaftskandidat John Kerry der Regierung vorgeworfen hat, Peking zu wenig unter Druck zu setzen.

Das US-Handelsministerium hat dazu die Industrie um Mithilfe gebeten, sie sollen dokumentieren, wie gut China gegen die Fälschung von Waren aller Art vorgeht. Die Untersuchung soll bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Peking selbst gab den geschätzten Wert von gefälschten Markenartikeln und Copyright-Verletzungen mit zwischen 19 und 24 Milliarden Dollar jährlich an. Die US-Industrie schätzt ihre Verluste auf 2,6 Milliarden Dollar.

Im Juli gaben chinesische und US-Beamte erste Erfolge bei der Bekämpfung von Marken-Fälschungen bekannt.

Sie haben einen Pirateriering mit sechs Mitgliedern ausgehoben, der von Schanghai aus raubkopierte DVDs vertrieb. Dabei wurden ganze Räume voll mit illegalen Kopien von Blockbustern wie etwa "Shrek 2" beschlagnahmt.

China sieht sich selbst, zumindest was Musikpiraterie betrifft, in der Opferrolle. Wie Wang Ziqiang, Sprecher der nationalen Copyright-Verwaltung, mitteilte, würden Raubkopien vor allem aus anderen Ländern nach China geschmuggelt und dann dort in den Geschäften verkauft.