Google-Stiftung gibt Investitionen bekannt

google.org
18.01.2008

Die gemeinnützige Stiftung der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page investiert 25 Millionen US-Dollar in Umweltschutz- und Hilfsprojekte sowie in neue Antriebstechnologien.

Klimaschutz und Seuchenbekämpfung, Forschung und Wirtschaftsförderung in Entwicklungsländern: Der Suchmaschinen-Konzern Google hat am Donnerstag die künftigen Schwerpunkte seines gemeinnützigen Engagements bekanntgegeben.

Über die Tochterorganisation Google.org werde man zunächst 25 Millionen US-Dollar [ca. 17 Mio. Euro] in verschiedene Projekte investieren, hieß es in einer Mitteilung.

Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page hatten sich 2004 verpflichtet, ein Prozent des Stammkapitals plus ein Prozent des Unternehmensgewinns sowie Arbeitszeit von Angestellten für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Im dritten Quartal erlöste Google 1,1 Mrd. Dollar. [750 Mio. Euro].

Die Google-Gründer Brin und Page statteten Google.org im Jahr 2005 laut Medienberichten mit einem Startkapital von 90 Mio. Dollar aus. Obwohl die Organisation ihr Interesse am Gemeinwohl betont, arbeitet sie gewinnorientiert. Eine solche Ausrichtung ermögliche es, etwa in Start-up-Firmen zu investieren und mit Risikokapitalgebern zu kooperieren, begründeten die Gründer diesen Schritt.

Seuchenbekämpfung mit Informationstechnik

Der erste Schwerpunkt des Google-Engagements ist die rechtzeitige Erkennung und Verhinderung von Seuchen und anderen Naturkatastrophen. So gehen fünf Millionen US-Dollar an die Katastrophenhilfe-Organisation InSTEDD, die Google unter anderem mit neuen Kommunikationssystemen ausstatten wird.

2,5 Millionen Dollar gehen an die Global Health and Security Initiative, die biologische Gefahren wie SARS und die Vogelgrippe rechtzeitig identifizieren und in Speziallabors an Ort und Stelle identifizieren soll. Die Organisation hat ihren Schwerpunkt in Südostasien.

Weitere unterstützte Projekte umfassen zwei Thinktanks, die sich mit Entwicklungsprojekten in Indien befassen, sowie die indische Organisation Pratham, die sich mit der Verbesserung und Analyse des Bildungssystems auf dem Subkontinent befasst.

Google.org ortet eine große Lücke zwischen selbstständigen Kleinunternehmern und Megakonzernen. Die Stiftung will daher den Kapitalfluss in die "fehlende Mitte" verbessern und als Finanzier einspringen.

Sie gibt daher 4,7 Millionen Dollar an die Organisation TechnoServe, die damit Unternehmer in den afrikanischen Staaten Ghana und Tansania unterstützen will.

Hauseigene Klimaschutzinitiative

Beim Klimaschutz arbeitet Google.org mit der im November gestarteten hauseigenen Initiative RE<C zusammen, deren Ziel es ist, innerhalb weniger Jahre mittels erneuerbarer Energiegewinnungsmethoden eine Produktionskapazität von einem Gigawatt aufzubauen. Darunter gibt Google.org zehn Millionen Dollar an den kalifornischen Solartechnologiehersteller eSolar.

Insgesamt zehn Millionen Dollar gehen an verschiedene profitorientierte Firmen zur Entwicklung von Fahrzeugen mit Elektro- oder Hybridmotoren.

(futurezone | APA)