Samwer-Brüder investieren in Facebook

cash
16.01.2008

Die deutschen Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer, die unter anderem als Gründer des Klingelton-Portals Jamba! bekannt sind, investieren in das Soziale Netzwerk Facebook.

Über das Volumen der "signifikanten" Investition und die Höhe der Beteiligung sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Alexander Samwer Agenturjournalisten am Mittwoch.

Das "Wall Street Journal" berichtete, es handle sich um eine Summe zwischen zehn und 15 Millionen Dollar. Samwer sagte, die Brüder wollten Facebook mit ihrer Erfahrung bei der Expansion in Europa unterstützen. Eine Managementposition werden sie dabei nicht einnehmen.

Microsoft und Li Ka Shing

Das Netzwerk Facebook mit mehr als 60 Millionen Nutzerprofilen gilt derzeit als eines der spannendsten Internet-Unternehmen, weil sich Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg bisher den Übernahmeangeboten der üblichen Großanbieter wie etwa Yahoo verweigert hat.

Microsoft zahlte für einen Anteil von 1,6 Prozent und die Partnerschaft in Sachen Online-Werbung 240 Millionen Dollar. Der Chairman des Konzerns Hutchison Whampoa aus Hongkong, Li Ka Shing, kaufte sich für 60 Millionen Dollar mit 0,4 Prozent ein.

Die Samwer-Brüder hatten zunächst die Online-Auktionswebsite Alando.de gegründet, die sie nur wenige Monate später für gut 50 Millionen Dollar an den Branchenführer eBay verkauften. Jamba! verkauften sie 2004 für 273 Millionen Dollar an den US-Konzern VeriSign. Seitdem engagieren sich die Brüder als Kapitalgeber und waren unter anderem an dem deutschen Facebook-Klon studiVZ beteiligt, der im vergangenen Jahr vom Holtzbrinck-Verlag gekauft wurde.

Online-Freunde statt TV

Online-Netzwerke seien "das Fernsehen der Zukunft", weil die Menschen sie zunehmend dem TV-Gerät vorzögen, sagte Samwer. "Wir sehen das ganze als den Auftakt einer sehr, sehr langen Entwicklung."

Es werde mit der Zeit eine Konzentration auf wenige große Anbieter geben zusammen mit zahlreichen kleinen Nischen-Netzwerken. Die Samwer-Brüder hätten von sich aus Kontakt zu Facebook gesucht, um sich als Investoren anzubieten.

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(dpa)