Digital-TV für das Handy
Mit dem Video-Streaming auf Handys wurde gerade erst begonnen und schon eröffnet sich für diese neue Art der Distribution die Aussicht auf Konkurrenz.
Im britischen Oxford wurde heute ein Feldversuch offiziell gestartet, der digitales Fernsehen aufs Handy bringt. 500 ausgewählte Kunden des Mobilfunkers O2 können in einem Bereich von 120 Quadratkilometern unter 16 digitalen TV-Kanälen wählen.
Dafür wurde eine Prototypen-Serie von Multimedia-Handys mit Digitaltunern für den TV-Standard DVB-H aufgerüstet.
Getestet werden nicht nur die von Sony Semiconductor und Nokia zur Verfügung gestellten Handy-Prototypen, sondern die Kundenakzeptanz eines solchen Service überhaupt.
Dafür wird in diesen 16 Kanälen von Musik, Sport, Nachrichten bis zu Dokumentationen und Tele-Shopping bzw. -Gaming alles an TV-Formaten ausprobiert. Nokia steuert sowohl das Service-System wie auch die Module und Interfaces bei, die E-Commerce auf diesem Vertriebsweg erst möglich machen.
Auch das österreichische Bundesheer beschäftigt sich mittlerweile mit VideotelefonieDas digitale TV-Sendernetz
Das aus neun Transmittern bestehende Sendernetz wird vom britischen TV-Dienstleister NTL errichtet. Der Grund, warum ein Betreiber mit eigenem 3G-Handynetz wie O2 überhaupt TV-Technologien in Betracht zieht, ist in erster Linie auf die möglicherweise niedrigeren Kosten und die weitaus bessere Bildqualität zurückzuführen, die mit Broadcasting erreicht werden kann.
Ob nur fünf oder alle 500 Teilnehmer zugleich Videos in DVB ansehen, ist bei dieser Art von Verbreitung egal. In einem der bestehenden 3G-Netze macht es einen gewaltigen Unterschied, ob fünf oder 500 Teilnehmer aus angrenzenden Funkzellen mehr oder weniger gleichzeitig ein Video sehen wollen. Addressiert und gesendet wird hier bekanntlich separat und individuell.
Da mit Broadcasting-Methoden Videos auf Abruf wiederum nicht möglich sind, sieht man den Einsatz von DVB-H mehr als Ergänzung denn als Ersatz für Streaming-Services, die "on demand" bereits erbracht werden.
Das DVB-ProjektIntelligente Streams von "3"
Hutchison 3G Österreich gab ebenfalls heute bekannt, als erstes Unternehmen von Hutchison Whampoa auf dem Kontinent ein neues, "intelligentes" Komprimierungs- und Videoverwaltungssystem einzusetzen.
Das "Agility"-System von Anystream liefert einen genau auf die Displaygröße und Auflösung des jeweiligen Handys zugeschnitten Stream im MPEG4-Format.
Der wiederum wird aus etwa vom ORF gelieferten Videos im DVB-Format generiert. Laut Hersteller ist Agility das derzeit schnellste System auf dem Markt, was die Umsetzungsrate "on air to handset"-betrifft. Das heißt: wie schnell die Videos von DVB konvertiert, auf das anfragende Handy abgestimmt und übertragen werden.
Neben dem Standard MPEG4 kann Agility auch andere Formate wie GSM AMR, Phillips, Ericsson, Nextreaming und PacketVideo verarbeiten.
Agility von Anystream
