Logitech im Visier von Microsoft

spekulationen
10.01.2008

Microsoft soll sich angeblich den Schweizer Computerzubehör-Hersteller Logitech für 9,2 Mrd. Franken [5,62 Mrd. Euro] einverleiben wollen.

Entsprechende Gerüchte verhalfen der Logitech-Aktie nach einigen Tagen stetiger Talfahrt am Donnerstagvormittag in der Spitze zu einem Kurssprung von 14 Prozent.

Schweizer Börsenhändler wollen am Donnerstag erfahren haben, dass Microsoft ein Übernahmeoffert zu 48 Franken je Aktie vorbereite.

Zudem habe Logitech angeblich eine Roadshow in Großbritannien abgesagt und soll am Nachmittag eine Pressemitteilung zu dem Thema herausgeben, so die Gerüchteküche. Weder Logitech noch Microsoft standen unmittelbar für einen Kommentar zur Verfügung.

Konkurrenz skeptisch

Andere Marktteilnehmer hielten das Gerücht für wenig glaubhaft und verwiesen auf den Einbruch des Aktienkurses von 16 Prozent seit Jahresanfang, was einige Investoren zum Einstieg genutzt hätten. Ein Händler meint, dass Logitech nicht zu Microsofts Strategie passt: "Bill Gates hat doch gesagt, in fünf Jahren braucht es keine Mäuse und Tastaturen mehr."

Marktführer

Die in der Schweiz gegründete und von Südkalifornien aus gesteuerte Logitech ist Marktführer für Computer- und Unterhaltungselektronikzubehör. Bei Webcams machte Microsoft dem Unternehmen aber im vergangenen Jahr das Leben schwer.

Im Geschäftsjahr 2006/07 [per Ende März] wurden bei knapp 2,1 Mrd. Dollar Umsatz rund 230 Mio. Dollar Reingewinn erwirtschaftet. Microsoft stellt neben den bekannten Betriebssystemen und Office-Pakten auch eigenen Mäuse und Tastaturen her, kommt damit aber nur auf ein Viertel des Logitech-Umsatzes.

Vor 25 Jahren gegründet

Logitech wurde vor über 25 Jahren als Start-up am Genfer See gegründet. Mittlerweile hatte das Management aber standesgemäß im Silicon Valley Quartier bezogen. Anfang des Jahres hatte der langjährige Logitech-CEO Guerrino de Luca seinen Rückzug auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten angekündigt. Neuer Mann am Steuer ist der ehemalige Kodak-Manager Jerry Quindlen.

(APA | Reuters)