Intels Umsatz bricht ein, Aktie verliert
Intel hat die Erwartungen für das laufende dritte Quartal zur Mitte desselben erheblich reduziert. War man ursprünglich von einem Umsatz zwischen 8,6 und 9,2 Milliarden Dollar ausgegangen, so sind es nun nur noch zwischen 8,3 und 8,6 Mrd. USD.
Die Bruttogewinnmarge dürfte für den Berichtsabschnitt bei rund 58 Prozent liegen, die vorherige Schätzung hatte 60 Prozent plus oder minus einige Prozentpunkte betragen.
Das meldete Intel am Donnerstag nach US-Börsenschluss. Im nachbörslichen Handel fielen die Aktien prompt um 7,6 Prozent.
Damit kündigt sich erstmals operativ an, was sich bisher nur in den Ausblicken der Chiphersteller auf 2005 manifestiert hat. Der Höhepunkt im Halbleiterzyklus ist längst überschritten.
Der weltweite Halbleitermarkt hatte im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat zwar noch um 38 Prozent zugelegt. Die Steigerungsrate sei jedoch geringer ausgefallen als erwartet, sagte Präsident George Scalise, Präsident der Semiconductor Industry Association, am Donnerstag. Es sind vor allem die gemischten Ausblicke der Industrie, die auf die Kurse drücken.
Chipmarkt hat im Juli zugelegtAuch im europäischen Handel stürzte Intel am Freitagvormittag ab. Im Frankfurter Xetra-Handel notierte das Papier mit 16,61 Euro um 6,0 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Im Sog von Intel gerieten auch europäische Chiphersteller unter Druck. Infineon rutschte um 3,2 Prozent auf 7,87 Euro ab und STMicroelectronics knickten um 2,2 Prozent auf 13,61 Euro ein. Auch die in Zürich gelisteten österreichischen Chiperzeuger mussten Federn lassen: austriamicrosystems verloren 2,9 Prozent auf 28,90 Franken und SEZ notierten mit 28,30 Franken um 2,4 Prozent tiefer.
Begründet wurde die Umsatz- und Gewinnwarnung mit einer weltweit unter den Erwartungen ausgefallenen Nachfrage nach Intel-Produkten, ausgelöst durch eine unter den Prognosen liegenden Endnachfrage nach Computersystemen. Auch im Telekommunikationsbereich bleibe der Umsatz hinter den Erwartungen zurück, so Intel.
Lager voll, Preise fallen
Um die sich füllenden Lager zu leeren, hatte nach Konkurrent AMD
auch Intel seine Prozessor-Preise Ende August teilweise erheblich
gesenkt. So wurde der Pentium 4 mit 3,6 GHz um rund 35 Prozent
billiger, aber auch Celeron, Celeron D und einige
Notebook-Prozessoren wurden im Preis reduziert. Im Server-Bereich
wurde der 64-Bit-Prozessor Itanium 2 [3 und 1,5 MB Cache] bis zu 30
Prozent im Preis gesenkt.
Details über die Preissenkung
