02.09.2004

TOR

Tischfußball-Bot soll unschlagbar werden

Ein Team von Freiburger Forschern bastelt an einem Tischfußball-Roboter namens "KiRo".

"In drei bis fünf Jahren sollte der Roboter in der Lage sein, den Weltmeister zu schlagen", sagte Bernhard Nebel, Professor am Institut für Informatik der Universität Freiburg, dem britischen Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Der Roboter zeigt gegenüber dem herkömmlichen Tischfußball nur wenige Abänderungen. Der Tisch selbst hat einen durchsichtigen Boden, sodass mit einer Kamera 50 Mal in der Sekunde die Position des Balls erfasst werden kann.

Die Berechnungen für die Betätigung der Spielerreihen über eine vorprogrammierte Motorik ergäben "ein sehr komplexes System mit 100.000 Zeilen Code", erläuterte Weigel.

Vorerst keine Chance gegen Profis

Blutige Anfänger haben gegen den Tischfußball-Roboter schon heute keine Chance. In der Gruppe der Amateure bleibt der Roboter in 90 Prozent der Fälle Sieger. Umgekehrt verhält es sich vorerst bei den Profis. "Dem Roboter fehlt einfach noch das Ballgefühl", sagte Doktorand Thilo Weigel. "Er reagiert noch zu langsam."

Trainierte Spieler verfügten über "erstaunliche Fähigkeiten der Sensomotorik". Die Freiburger Arbeitsgruppe Grundlagen der Künstlichen Intelligenz arbeitet seit Jahren auch an einem Fußball-Spiel, in dem sich zwei Roboter-Teams gegenüberstehen. Bei internationalen Turnieren wurden sie im Roboter-Tischfußball bereits drei Mal Weltmeister.

Die Entwicklung des Tischfußball-Roboters sei "spielerisch betriebene Wissenschaft", so Weigel. Zugleich sei die Arbeit an dem Roboter aber ein Beitrag zur Grundlagenforschung, da "in einer Testdomäne die schnelle Erkennung von Objekten und schnelle Entscheidungsprozesse" durchgespielt würden.