25.08.2004

DEUTSCHLAND

Downloads halten Einzug in Musik-Charts

Um die Nummer eins in den deutschen Charts zu werden, muss sich ein Song ab sofort nicht nur im Geschäft gut verkaufen.

Ab dieser Woche zählt auch, wie oft der Titel im Internet heruntergeladen worden ist, teilten die deutschen Phonoverbände mit. In den nächsten Top-100-Charts, die am Freitag offiziell herauskommen, seien Single-Verkäufe und Downloads zusammengezählt.

Laut Verbandsvorsitzendem Gerd Gebhardt werden in Deutschland pro Monat mehr als eine Million Titel von einem kostenpflichtigen Download-Angebot heruntergeladen.

Ab Mitte September würden auch separate Downloadcharts veröffentlicht, kündigte der Verband an. Hitlisten ganzer Alben, die im Internet heruntergeladen werden, seien ebenfalls geplant.

Absatzverlust gebremst

Die deutsche Musikwirtschaft hat ihre drastischen Absatzverluste zuletzt erstmals seit drei Jahren spürbar bremsen können.

Im ersten Halbjahr 2004 wurden 55,1 Millionen CDs verkauft und damit nur 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr wird laut Gebhardt das erwartete Minus nur leicht ausfallen.

2003 war der Branchenumsatz um 19,8 Prozent auf 1,65.Milliarden Euro abgesackt, der CD-Absatz brach im Gleichschritt auf 133,6 Millionen Stück ein.

Gründe für die Erholung seien erfolgreiche nationale Produktionen und erste Effekte im juristischen Kampf gegen illegales Herunterladen von Musik aus dem Internet. Zudem gebe es inzwischen mehr als 20 legale Angebote für Musik-Downloads.