24.08.2004

DEUTSCHLAND

Doch keine Importzölle auf LC-Displays

Das deutsche Bundesfinanzministerium hat die Einhebung von Importzöllen auf Flachbildschirme für Computer vorerst gestoppt. Dies geht aus einer Mitteilung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien [Bitkom] hervor.

Demnach hat das Bundesfinanzministerium mehrere Schreiben der Zoll- und Finanzverwaltungen zurückgezogen, in denen die Zollpflicht erklärt worden war. Hintergrund der Diskussionen ist die Frage, ob Monitore zur Unterhaltungselektronik gehören oder IT-Produkte sind.

Unterhaltungselektronik oder IT-Produkt

Von dem Zoll wären alle LCD-Monitore mit digitalem Signaleingang [DVI-Schnittstelle] betroffen gewesen. Davon werden pro Jahr rund 1,9 Mio. Stück in Deutschland verkauft. Der nunmehrige Widerruf des Finanzministeriums ist aber nur vorläufig.

Entscheidend ist ein Urteil der EU-Kommission. Diese hatte im Frühjahr zunächst Plasmabildschirme mit DVI-Schnittstelle als zollpflichtig klassifiziert, da mit diesen überwiegend Filme und Videos betrachtet würden. Inzwischen vertritt die EU diese Haltung auch bei LC-Displays mit DVI-Anschluss. Diese seien ebenfalls Unterhaltungselektronik und damit zollpflichtig.

Nach Ansicht des Branchenverbands widerspricht die Sichtweise der EU internationalem Handelsrecht. IT-Produkte seien zollfrei. Monitore aufgrund des digitalen Signaleingangs zu Unterhaltungsprodukten zu erklären sei sachfremd, kritisiert der Verband.