EU will Medienkompetenz fördern
Die EU-Kommission hat am Donnerstag ein erstes Strategiepapier vorgelegt, das die Förderung der Medienkompetenz in Angriff nehmen soll. Gemeint sind alle Arten von Medien, vom Fernsehen und Kino über Video, Websites, Radio und Videospiele bis hin zu "virtuellen Gemeinschaften".
Die Kommission versteht darunter die Fähigkeit der Menschen, Medieninhalte zu nutzen, zu verstehen, zu bewerten und selbst zu schaffen. Das gewinne für aktive Bürger und die Demokratie immer mehr an Bedeutung.
Drei Kernbereiche im Visier
Basierend auf einer EU-weiten Konsultation im vergangenen Jahr stellt die Kommission nun Pläne für die Förderung der Medienkompetenz vor. In einer globalen und multikulturellen Welt würden uns die Medien vor ganz neue Herausforderungen stellen und Bedenken in Bezug auf die Sicherheit sowie auf die Integration und den Zugang für alle hervorrufen, so die Kommission.
Das Strategiepapier hat drei Schwerpunkte: die Kompetenz im Bereich der kommerziellen Kommunikation [Werbung], weiters im audiovisuellen Bereich [europäischer Film und kreative Fähigkeiten] und online [Suchmaschinennutzung etc.].
"Lesen und schreiben nicht genug"
EU-Medienkommissarin Viviane Reding dazu: "Traditionelle Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben reichen heutzutage nicht mehr aus. Die Menschen müssen auch in der Lage sein, sich selbst auf wirksame Weise verständlich zu machen und zu verstehen, was andere sagen, vor allem auch in Blogs, beim Umgang mit Suchmaschinen und in der Werbung.
Ob jung oder alt - mit der neuen digitalen Welt, in der wir leben, müssen wir uns alle auseinandersetzen. Und dafür ist ständige Information und Aufklärung wichtiger als der Erlass von neuen Rechtsvorschriften."
Studie über Niveauunterschiede
Die Kommission kündigte weiters für 2008 eine europäische Studie über Kriterien für die Beurteilung verschiedener Niveaus der Medienkompetenz an. Ob das in einer Art "Web-2.0-Führerschein" enden könnte, wurde nicht näher erläutert.
Die EU will auf jeden Fall den Austausch beispielhafter Verfahren im Bereich der Medienkompetenz im digitalen Umfeld fördern und gegebenenfalls eine Reihe von Empfehlungen dazu geben.
Verhaltenskodizes aufstellen
Sie ruft die Mitgliedsstaaten auf, dafür zu sorgen, dass sich ihre Regulierungsbehörden mehr mit diesem Thema befassen und stärker zusammenarbeiten, um die Medienkompetenz der Menschen zu verbessern. Darüber hinaus sollen Verhaltenskodizes und Koregulierungsrahmen in Zusammenarbeit mit allen interessierten Seiten auf nationaler Ebene aufgestellt und eingeführt werden.
