GPA will mehr Datenschutz für Angestellte

rechte
17.12.2007

Die meisten Mitarbeiter sind zu sorglos, wenn es um den Umgang mit ihren Daten durch Unternehmen geht. Das zeigt eine Studie, die am Montag von der Gewerkschaft der Privatangestellten [GPA] präsentiert wurde.

So fühlen sich nur 23 Prozent der Angestellten gut darüber informiert, wie ihre Daten vom Betrieb verwaltet werden. Das Vertrauen in die Firmen ist dafür groß: Ganze 71 Prozent der Mitarbeiter glauben voll oder weitgehend an den sorgsamen Umgang mit den gespeicherten Informationen, so die IFES-Studie.

GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian warnte vor Datenüberwachung am Arbeitsplatz und forderte die gesetzliche Verankerung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten.

Immer mehr Überwachungsmöglichkeiten

Die Möglichkeiten für Firmen, ihre Mitarbeiter zu kontrollieren, werden laut Katzian immer vielfältiger. Abgesehen von den ohnehin schon üblichen Aufzeichnungen über Arbeitszeiten und persönliche Informationen wie Geburtsdaten, Wohnort etc. sei es auch überhaupt kein Problem mehr, den Besuch von Websites zu überwachen, Tasteneingaben mitzuverfolgen und Passwörter zu knacken, so Katzian.

Auch Peter Schaar, deutscher Bundesbeauftragter für Datenschutz, warnt immer wieder vor wachsenden Risiken durch die exzessive Erhebung persönlicher Daten.

Mangelndes Bewusstsein

Während einst die Debatte über aufgezeichnete Arbeitszeiten "große Betroffenheit" ausgelöst habe, gebe es unter Mitarbeitern nunmehr mangelndes Bewusstsein für ihren Datenschutz, bedauerte er. Dabei könne es hier, gerade auch angesichts der weltweiten Vernetzung von Daten, zu "massiven Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte" kommen, warnte der Gewerkschafter.

Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter

Eine wichtige Rolle für die Sicherung des Grundrechtes auf Datenschutz spiele der Betriebsrat. Dieser könne mittels Betriebsvereinbarung die entsprechenden Regeln im Konzern festlegen. Zu dessen Unterstützung soll nach Vorstellungen der GPA zusätzlich ein eigener Datenschutzbeauftragter eingesetzt werden.

Dieser könnte die Interessen einzelner Mitarbeiter in dem Bereich vertreten und sie informieren. Gleich dem Betriebsrat müsste er unabhängig und vor Kündigung geschützt sein.

Außerdem möchte Katzian den Datenschutzbeauftragten zumindest in der nationalen Gesetzgebung verankert sehen. Auch über EU-Regeln bzw. weltweite Spielregeln müsse nachgedacht werden, sagte er.

Diese Anliegen habe man bereits der Bundesregierung und den Klubobleuten des Parlaments übermittelt. Katzian hofft nun, dass sich die Politik verstärkt dieses Themas annimmt.

(APA)